50 Prozent der Wildunfälle bei Dunkelheit

Im Laufe der Saison2018/2019 kamen österreichweit insgesamt 75.476 Wildtiere infolge einerKollision mit einem Fahrzeug zu Schaden.

Das bedeutet, dass sich auf Österreichs Straßenpro Stunde statistisch 8,6 Wildunfälle ereignen. „Verglichen mit den Vorjahrenlag die Zahl der Wildunfälle in der Saison 2018/2019 etwas über demfünfjährigen Durchschnitt. Betrachtet man die Zahl der dabei verletztenPersonen,
so zeigt sich, dass hier im Fünfjahresvergleich ein Plus von 13 Prozentverzeichnet werden musste“, so der österreichische Versicherungs­verband VVO.

„Aus diesem Grund appellieren wir eindringlich anFahrzeuglenker, in Wildwechsel­zonen besonders wachsam zu fahren.“ Amhäufigsten waren Wildunfälle mit Personenschaden in den letzten fünf Jahren inNiederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark. Besonders riskant füreinen Wildunfall sind die Dämmerung sowie die Nachtstunden: In der Zeitzwischen 18 und sieben Uhr Früh ereignen sich besonders viele Wildunfälle.Knapp 50 Prozent der Wildunfälle mit Personenschaden ereignen sich im Dunkeln,weitere elf Prozent in der Dämmerung.

Motorradfahrergefährdet

Sechs von zehn Wildunfällen mit Personenschadenereignen sich mit einem Pkw, bei jedem fünften Unfall ist ein Motorradbeteiligt. Für Motorradlenker stellen Wildwechsel eine besonders große Gefahrdar. Gerade für Motorradlenker ist eine vorausschauende, achtsame Fahrweise undeine den Umständen angepasste Fahrgeschwindigkeit daher umso bedeutender. Wiefolgenschwer ein Wildunfall sein kann, zeigt auch die Physik: Trifft man miteiner Geschwindigkeit von 50 km/h auf ein 80 kg schweres Wildschwein, so wirktein Aufprallgewicht von zwei Tonnen auf Fahrzeug und Fahrer ein.

Assistenzsysteme

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hatTestfahrten und Befragungen zu Nachtsicht-Assistenzsystemen durch­geführt.Dabei zeigte sich, dass derlei Assistenzsysteme derzeit zwar noch nichtvollständig entwickelt sind, jedoch großes Potenzial zur Reduktion vonWildunfällen mit sich bringen. Bis die entsprechenden Assistenzsystemevollständig ausgereift und breit verfügbar sind, ist die Anpassung derFahrgeschwindigkeit in Wildwechselzonen allerdings weiterhin die effektivsteUnfallpräventionsmaßnahme. Wenn tatsächlich ein Wildtier in Fahrbahnnäheauftaucht, sollte zunächst ­gebremst und abgeblendet sowie mehrmals gehuptwerden.

Exekutiveverständigen

Ein Ausweichmanöver ist bei einem Wildunfallnicht zu empfehlen, denn ein solches ist wesentlich riskanter als einZusammenstoß. Stattdessen sollte stark gebremst und das Lenkrad gutfestgehalten werden. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist dieVerletzungs­gefahr geringer.

Nach dem Unfall muss die Gefahrenstelleabgesichert und die Exekutive verständigt werden. Die Nichtmeldung iststrafbar, bei einem Wildschaden besteht nach der Straßenverkehrsordnungunverzügliche Verständigungspflicht. Getötetes Wild darf niemals mitgenommenwerden. Vielmehr ist eine rasche Meldung des Unfalls hilfreich, da so derJagdaufseher hinzugezogen werden kann.

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