Deutschland prüft coronabedingte Reisewarnung für Wien – AUA in Sorge

Wegen stark steigender Corona-Neuinfektionen prüft Deutschland eine Reisewarnung für Wien, laut zunächst nicht kommentierten Medieninformationen könnte Wien noch heute auf die Risikogebiete-Liste gesetzt werden.

Für die österreichische Lufthansa-Tochter AUA (Austrian Airlines) sind Strecken nach Deutschland der wichtigste Verkehr – auch für den Umsteigeverkehr.

Austrian Airlines-Sprecher äußert Sorge

“Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge”, sagte AUA-SprecherPeter Thier am Mittwoch zur APA. Bisher habe man nur mediale Vorbotenwahrgenommen. Wie die deutsche Regierung tatsächlich vorgeht und inwelcher Schärfe neue Reisebeschränkungen verhängt würden, müsseabgewartet werden. Das entscheidet dann auch über allfällige Handlungenbei der AUA. Gerüchten zufolge richtet sich die Reisewarnung nur gegen Wiener, damit wäre spannend zu wissen, wie man Herkunftsorte nachweisen wollte.

“Wir können nicht ausschließen, noch einmal Kapazitäten herausnehmen zu müssen”, sagte Thier. Sprich: Strecken wieder aus dem Flugplan herausnehmen zu müssen. “Wir fliegen auf Sicht, wie die Piloten sagen.”

Kritik an “Fleckerlteppich” nationaler Reisebeschränkungen

Die AUA kritisiert einen “Fleckerlteppich” nationaler Reisebeschränkungen und hofft zumindest für Europa auf einheitliche europäische Standards im Umgang mit der Corona-Pandemie. “Jedes Land überbietet sich mit kurzfristigeren und noch radikaleren Einschränkungen. Wir glauben, dass das der falsche Weg ist. Reisefreiheit und Gesundheitsschutz sind vereinbar”, sagte dazu AUA-Chef Alexis von Hoensbroech im heutigen “Kurier”. Dafür gelte es, neue Testprogramme aufzuziehen.

Zwangsquarantäne oder Reisebeschränkungen seien der falsche Weg. Wer gesund sei, sollte reisen dürfen, findet die AUA. Ein Wunsch der Fluggesellschaft wäre es zur Zeit, die Covid-Tests am Flughafen Wien-Schwechat (die derzeit 120 Euro kosten) kostenlos anzubieten, sagte Thier heute zur APA.

AUAliegt hinter ihren Kapazitätszielen

Eurocontrol hat diese Woche für den europäischen Luftverkehr die Prognosen zurückgeschraubt. Auch die AUA liegt hinter ihren Kapazitätszielen, die sie sich im Sommer gesetzt hat, als sie nach monatelangem coronabedingten Grounding den Flugverkehr wieder aufnahm. Damals wollte man im Herbst bei 40 bis 50 Prozent der ursprünglichen Kapazitäten liegen.

“Aktuell fliegen wir rund 30 Prozent von dem, was wir normalerweise fliegen”, sagte AUA-Chef Hoensbroech im Kurier. “Vielleicht wird es noch etwas nach oben gehen, aber sehr viel mehr wird es leider heuer nicht werden können. Es ist auch weniger als wir ursprünglich geplant hatten.”

Gemeinsame Corona-Politik in Europa gefordert

“Wir wusstenaber immer, dass die Situation so lange unvorhersehbar sein wird,solange wir das Virus nicht im Griff haben. Insbesondere deshalb haltenwir es für wichtig, dass die europäischen Staaten sich daraufverständigen, eine gemeinsame Corona-Politik zu betreiben.”

Für die AUA-Belegschaftgilt weiter Kurzarbeit. Im Schnitt beläuft sich die Arbeitszeit auf 30Prozent. “Die Kurzarbeit hilft der Luftfahrt enorm. Ohne die würde esnicht gehen”, so die AUAheute. Finanziell sei man nicht hinter den Plänen, auch weil man mitder durchmischten Flotte auf die sich schnell ändernden Bedingungen”aussteuern” könne, also mal größere und mal kleinere Flieger einsetzenkönne.

(APA/Red)

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