"Die schlimmste Einrichtungssünde? Alles voll mit Buchenholz!"

Star-Designer, TV-Liebling, Genussmensch: Guido Maria Kretschmer ist das alles und noch viel mehr. Nachdem er Modedeutschland mit seiner Sendung "Shopping Queen" bereits im Sturm erobert hat, ist nun die Interior-Gemeinde dran. Bei "Guidos Deko Queen" (samstags um 17 Uhr auf VOX) und dem dazugehörigen Magazin, das am 18. März erstmals erscheint, verhilft der sympathische Designer mit dem frechen Mundwerk jedem zu einem schönen Zuhause.

Herr Kretschmer, was denken Sie ist für eine gelungene Einrichtung nötig: Kreativität oder handwerkliches Geschick?

Wenn man ganz ehrlich ist: Beides. Es braucht immer viele verschiedene Leute, die die einzelnen Arbeitsschritte beherrschen und zu 100% Qualität abliefern. Ein bisschen hier und ein bisschen da ist murks, wenn am Ende die Tapeten runterkommen, die Möbel nicht passen oder das Gesamtkonzept einfach nicht schön ist. Mit dem richtigen Gespür und einer guten Anleitung kann man aber aus allem etwas machen, das ist das Wichtigste. Man selbst muss wissen, wie man leben will. 

Was was Ihr persönlicher, größter Einrichtungsfehler?

Ich habe mal einen wunderschönen, riesig großen französischen Küchenschrank gekauft. Den wollte ich eigentlich in meinem Haus auf Sylt in die Küche stellen und habe dafür sogar extra die Wand verbreitern lassen. Dann stand er da und ich dachte mir: „Verdammt, der ist viel zu groß und macht den ganzen Raum platt.“ Dann hatte ich aber wirklich Glück, denn der Schrank ließ sich in drei Einzelteile zerlegen und nun habe ich zwei wunderschöne, achsensymmetrische Schränke im Esszimmer stehen, und einer ist wie ursprünglich geplant in die Küche gezogen. Am Ende war also alles gut, aber zwischendrin dachte ich wirklich: „Ach du Schande, Guido, den wirst du nicht mehr los!“

Wenig Budget, aber große Träume: Womit tunen wir unser Zuhause im Handumdrehen?

Gut schlafen, gut sitzen, gut sehen und fühlen. Damit meine ich tolle Blickwinkel zu schaffen, visuelle Momente kreieren, die das Auge erfreuen und die Stimmung heben. Ich halte es nicht für sinnvoll, mit „Lösungen“ oder faulen Kompromissen zu leben, die man eigentlich nicht mag. Man muss auch manches mal verbannen können. Wenn schöne, neue Dinge einziehen, sollte der alte Krempel dafür rausfliegen und Platz schaffen. Tolle Möbel, die gemütlich sind, sowie Licht, Wärme und hübsche Accessoires beherrschen das Raum- und Wohlgefühl ganz ungemein.

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Woher ziehen Sie Ihre Einrichtungsinspirationen?

Ich hatte ja wirklich schon viele verschiedene Wohnsitze und habe die Einrichtungsstile auch immer ein bisschen dem jeweiligen Standort angepasst. In Paris war das dann Art Deco, in Spanien ein mediterraner Stil, auf Sylt konnte ich den klassischen, skandinavischen Stil umsetzen. Anderseits habe ich aber auch viele Stücke, die ich überallhin mitnehme, die meine Grundstruktur sind. Klare, recht stille Möbel – teils Antiquitäten, teils sehr modern – und viele, viele Lampen, danach bin ich regelrecht süchtig. Louis Quinze mag ich gern, aber auch belgische Möbel mit Patina, Sessel, Bilder und Decken findet man bei mir überall.

Zum Glück kann ich mir als Designer natürlich auch viele Dinge selbst gestalten und anfertigen. Das mache ich auch immer wieder für meine Home & Living Kollektion, so haben alle was davon. Da ist ganz viel dabei, dass ich auch in meinem eigenen Zuhause einsetze.

Welches ist ihr Lieblingsraum und warum?

Eigentlich alle. Aber in meinem neuen Haus (Anm.: in Hamburg) habe ich ein wunderschönes Kaminzimmer, das ich sehr liebe. Mit Blick in den Garten und großen Fenstern. Das ist mein Nachmittags-Downton-Abbey-Zimmer geworden. Gerade im Winter ist es hier wahnsinnig gemütlich, dann liegen die Hunde auf dem Boden und passen auf, dass das Feuer nicht ausgeht.

Mein Arbeitszimmer ist ein großer, klarer Raum, den ich sehr schätze. Auch Schlafzimmer und Küche mag ich gern. Ich lebe und belebe alle Räume und fühle mich überall sehr wohl. Das ist doch auch das Wichtigste.

Von Buchenholz-Sünden und nachbarschaftlicher Neugier

Was ist für Sie die größte Interiorsünde?

Viel zu viel Buchenholz. Diese Optik gefällt mir gar nicht. Das war in den 2000er Jahren total angesagt. Und kalte, harte Fußböden, die schrecklich laut klackern wenn man drüber läuft, das gibt auch kein schönes Raumgefühl. Ich mag es generell nicht, wenn alles zu vollgestellt ist und erdrückend wirkt. Ich liebe offen gestaltete Räume sehr. Man darf nicht ständig einen Schrank vor dem Kopf haben, wenn man sich einmal umdreht.

Liebster Ort außerhalb der eigenen vier Wände?

Der Garten, immer. Und die Häuser von lieben Freunden, in denen man herzlich willkommen ist. Das fehlt uns gerade allen sehr.  Gestern waren wir noch auf Sylt, da hab ich zu meinem Mann gesagt: „Frank, mein größter Traum wäre es, einmal in das schöne Haus unserer Nachbarn schauen zu können“. Das sieht nämlich wirklich wahnsinnig toll aus von außen. Manchmal stelle ich mir vor, dass sie mich im Vorbeigehen einfach einladen: „Du, Guido, komm doch gerne rein!“, das wäre zu schön. Wie Menschen wohnen sagt so viel über den Charakter aus – da bin ich auch einfach schrecklich neugierig! (lacht)

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