Digitale Helfer für mehr Sicherheit

SchwierigeSituationen erkennen und im Notfall eingreifen: In modernen Lkw arbeiteninzwischen eine Vielzahl von Assistenzsystemen daran, den Fahrer in punctoSicherheit zu unterstützen.

Sicher abbiegenmit Assistent

Insbesondere im Stadtverkehr geschehen immerwieder schwere Unfälle beim Rechtsabbiegen, wenn Verkehrsteilnehmer wieFußgänger oder Fahrradfahrer übersehen werden. Abhilfe schafft hier einAbbiegeassistent. Noch gehört der Helfer zwar nicht zum Pflichtprogramm,inzwischen bieten aber alle Fahrzeughersteller entsprechende Systeme an. InFahrzeugen von Mercedes-Benz beispielsweise wird der Fahrer zunächst optisch imDisplay der MirrorCam gewarnt. Hier leuchtet ein gelbes Dreieck auf, wenn aufder Beifahrerseite ein anderer Verkehrsteilnehmer erkannt wird. BeiKollisionsgefahr blinkt das Symbol rot, nach zwei Sekunden bleibt die Anzeigepermanent rot. Gleichzeitig ertönt ein akustisches Signal. Damit werden auchdie Anforderungen an die Förderfähigkeit erfüllt: Eine visuelle Darstellungalleine genügt hierfür nämlich nicht.

Alarmsignal istPflicht

So werden diekameragestützten Systeme von Volvo oder Renault nur durch zusätzlicheRadarsensoren mit akustischer Warnung zum vollwertigen Abbiegeassistenten. BeiIveco erkennt das Radar außerdem, ob sich ein Objekt bewegt oder stationär ist.Mögliche Fehlalarme durch Straßenschilder und Ähnliches werden so minimiert.DAF und Scania wiederum setzen ihren radarbasierten Assistenten je nachFahrgeschwindigkeit sowohl beim Abbiegen als auch als Spurwechselwarnsystemein. Ab 2022 wird auf europäischer Ebene der Einbau von Abbiegeassistenten inLkw und Bussen aller neuen Fahrzeugtypen Vorschrift, ab 2024 generell auch inallen Neufahrzeugen. Die Stadt Wien hat schon für die Zeit ab 2021 einDe-facto-Fahrverbot für Lkw ohne Abbiegeassistenten erlassen.

Abstand halten

Doch nicht nur im Stadtverkehr, auch auf derAutobahn stehen dem Fahrer elektronische Helferlein zur Seite. Vielfach verbautsind bereits Assistenzsysteme, die den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeugerkennen und die Geschwindigkeit des Lkw automatisch regeln. Seit 2018endgültig für alle Lastwagen über 3,5 Tonnen Pflicht ist der Notbremsassistent,der Auffahrunfälle minimieren soll. Mittels einer Kombination aus Kamera undRadarsensorik erkennen diese Systeme stehenden Verkehr oder sonstigeHindernisse, geben Warnungen aus und reduzieren die Geschwindigkeit im Notfallbis hin zum Stillstand.

VielfältigeUnterstützung

Weiterentwicklungen solcher Assistenten schauen dabei nicht nur nach vorne, sondern auch zur Seite und unterstützen den Fahrer dabei, die Spur zu halten. Insbesondere auf langen, monotonen Strecken führt dies zur Entlastung und zugleich zu mehr Sicherheit. Auch die bereits erwähnten Spurwechselassistenten helfen, durch das Übersehen von anderen Verkehrsteilnehmern   verursachte Unfälle zu verhindern. Einige Hersteller bieten auch Verkehrsschilderkennungssysteme, die auf Überholbeschränkungen, Straßenart und Geschwindigkeitsbegrenzungen programmiert sind und den Fahrer mittels einer Anzeige im Armaturenbrett warnen.  Für eine bessere Sicht sorgen automatisch geregelte, adaptive Scheinwerfersysteme, wie sie bereits aus dem Pkw-Bereich bekannt sind. Ein Aufmerksamkeitsassistent wiederum erkennt anhand verschiedener Parameter, ob der Fahrer müde ist und warnt diesen mittels akustischer und haptischer Signale bzw. schlägt eine Pause vor. So soll das Risiko von Sekundenschlaf als häufige Unfallursache gesenkt werden.

Förderung

Das Verkehrsministerium fördert die Nachrüstung bestehender bzw. Ausstattung neuer gewerblich genutzter Lkw über 3,5 Tonnen mit Abbiegeassistenten mit insgesamt einer Million Euro.
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