Forscher entdecken 4 Alterungstypen: Länger gesund und jung bleiben

Nicht alle Menschen altern gleich

Manche werden schneller alt und krank, andere sind für ihr Alter noch beneidenswert fit – das kennen wir alle aus dem Alltag. Tatsächlich gibt es bei Menschen offenbar mindestens vier Alterungstypen. Das hat ein Team aus Medizinern der Stanford University in Kalifornien (USA) herausgefunden. Sie identifizierten in einer Studie vier verschiedene Varianten, wie sich der menschliche Körper im Laufe des Lebens verändert und alt wird. Wer seinen Alterungstypus kennt, kann durch seinen Lebensstil zumindest ein Stück weit beeinflussen, wie schnell er alt wird.

Wissenschaftler finden vier Alterungstypen

Der Genetiker Michael Snyder und sein Team von Wissenschaftlern der Stanford University veröffentlichten ihre Studie im Januar in der Fachzeitschrift “Nature Medicine”. Sie untersuchten das Altern des Körpers mit biochemischen Methoden und gelangten zu dem Ergebnis: Es gibt mindestens vier verschiedene Alterungstypen, wie der menschliche Körper sich im Lauf des Lebens verändert. Jeder Alterungstyp ist dabei mit einem bestimmten Organ oder Vorgang im Körper verknüpft:

  • Stoffwechsel
  • Immunsystem
  • Leber
  • Niere

Das Wissen um den eigenen Alterungstyp ist für Studienleiter Michael Snyder eine wichtige Erkenntnis, um rechtzeitig gegenzusteuern: “Er kann den Einzelnen helfen, Risikofaktoren für ihre Gesundheit genau zu entdecken und die Bereiche zu erkennen, in denen sie später höchstwahrscheinlich Probleme haben werden”, sagt Snyder, “Das Wichtigste ist, dass unsere Studie eines zeigt: Es ist möglich, den Verlauf des Alterns positiv zu beeinflussen.”

Bei Menschen wie bei Autos verschleißen manche Teile schneller

Die Forscher fanden die verschiedenen Alterungsvarianten, nachdem sie über einige Jahre zunächst 106 Frauen und Männer im Alter von 29 bis 75 Jahren regelmäßig untersucht hatten, die zu Beginn der Studie keinerlei Vorerkrankungen hatten. Später konzentrierten sich Professor Snyder und sein Team auf 43 der Probanden. Die Wissenschaftler analysierten regelmäßig Proben von Blut und Stuhl, untersuchten sogar Bakterien, die in den Nasen der Studienteilnehmer siedelten. Am Ende hatten sie von jeder Testperson unzählige Daten zu Genen, Proteinen aus dem Blut, Stoffwechselprodukten und Mikroorganismen und beobachteten, wie sich diese Daten im Lauf der Zeit veränderten.

So erkannten Professor Snyder und seine Kollegen unter den Testpersonen zunächst vier Alterungsvarianten. Bei den einen zeigten sich Veränderungen des Stoffwechsels, bei anderen im Immunsystem, der Funktion der Leber oder der Nieren. Ein Stoffwechsel-Alternder entwickelte ein bestimmtes Hämoglobin im Blut, das auf entstehende Diabetes hindeuten kann. Bei Testpersonen des Immun-Alterungstyps hingegen häuften sich Anzeichen für Entzündungen im Körper.

Michael Snyder zieht gerne einen Vergleich mit Autos. “Wenn Ihr Wagen älter wird, dann verschleißen vermutlich einige Bauteile schneller als andere, etwa das Getriebe oder die Bremsen. Und diese Teile muss man kennen, um sie idealerweise zu reparieren.” Dabei ist aber nicht jeder Mensch automatisch einem Alterungstyp zuzuordnen, und es gibt auch Mischformen.

Manche Testpersonen lebten gesünder und wurden biologisch jünger

Was hilft, um mit zunehmendem Alter gesund zu bleiben, empfehlen Ärzte schon längst: Nicht rauchen, Übergewicht abbauen, viel Sport und Bewegung, gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Den Nutzen ihrer Studie sehen die Stanford-Mediziner darin, dass jeder gezielt gegen die individuellen Risiken seines Alterungstyps etwas unternehmen kann, etwa auch durch Tests der besonders gefährdeten Organe – alles, um länger gesund zu bleiben.

  • Rezepte für eine gesunde und ausgewogene Ernährung finden Sie hier.

Einige Testpersonen änderten übrigens während des Untersuchungszeitraums ihren Lebensstil. Sie stellten ihre Ernährung um, nahmen ab oder begannen mit Sport. Das Ergebnis: die altersbedingten Veränderungen in ihrem Körper kehrten sich um – sie wurden biologisch jünger!

Wie genau gesündere Ernährung den Körper positiv verändert, können Sie hier nachlesen.

Selbst der Studienleiter macht jetzt mehr Workout!

Auch Professor Snyder nahm als Proband an seiner Studie teil. Er hielt sich bis dahin eigentlich immer für recht sportlich. Doch die Analyse seiner Daten zeigte ihm, dass sein Körper biologisch nicht jünger ist, als es seinem Jahrgang entspricht. “Ich war etwas enttäuscht zu sehen, dass ich ziemlich normal alt werde”, erinnert sich Snyder. “Ab dem Zeitpunkt habe ich mit Krafttraining begonnen. Es interessiert mich sehr, im nächsten Jahr zu erfahren, ob das meinen Alterungsprozess beeinflusst.” Die Erforschung der Alterungstypen steht erst am Anfang. Laut Michael Snyder sind weitere Studien nötig, mit mehr Testpersonen und Messungen – damit mehr Menschen als bisher gesund und fit bis ins hohe Alter bleiben.

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