Home-Office immer gefragter

Mit 1.4.2021 tritt ein lang erwartetes Home-Office-Gesetz in Kraft.

Das Thema Home-Office spielte bisher in der Arbeitswelt eine untergeordnete Rolle. Aufgrund der aktuellen Situation ist das Thema wichtiger als je zuvor und hat immens an Bedeutung gewonnen. Mit dem Home-Office-Gesetz wurde ein Regelwerk geschaffen, welches die arbeits- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen in den eigenen vier Wänden festlegt.

Arbeitsrechtliche Grundlage

Im Gesetz wird klargestellt, dass Dienstgeber und Dienstnehmer eine schriftliche Vereinbarung zu treffen haben. Sämtliche Bestimmungen des Arbeitszeit- und Arbeitsruherechts bleiben unverändert. Es gelten dieselben Bestimmungen wie im Büro. Geregelt ist auch, dass Dienst-geber verpflichtet sind, dem Dienstnehmer die erforderlichen digitalen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Verwenden die Arbeitnehmer eigene Arbeitsmittel, muss eine angemessene Abgeltung geleistet werden.
Das Arbeiten im Home-Office bringt für den Dienstgeber zusätzliche Dokumentations- und Meldepflichten mit sich. Die von zu Hause geleisteten Arbeitstage sowie die Höhe der abgabenfreien, ausbezahlten Home-Office-Pauschale müssen auf Lohnkonto und Jahreslohnzettel angeführt werden.

Steuerrechtliche Sicht

Für die ertragsteuerliche Behandlung wurden folgende, wesentliche bis ins Jahr 2023 befris-teten Maßnahmen eingeführt:

  • Kein Sachbezug bei unentgeltlich, zur Verfügung gestellten digitalen Arbeitsmitteln
  • Eine Home-Office-Pauschale von 3 Euro pro Tag für höchstens 100 Tage im Jahr
  • Ein Werbungskostenabzug für die Anschaffung von ergonomisch geeignetem Mobiliar von bis zu 300 Euro im Kalenderjahr.

Home-Office-Pauschale

Erstmals kann die Home-Office-Pauschale im Jahr 2021 als Abgeltung der Kosten angesetzt werden. Bis zum Tageshöchstsatz von 3 Euro für höchstens 100 Tage im Jahr fallen keine Lohnsteuer, Sozialversicherung oder sonstige Lohnnebenkosten an. Diese Zahlungen können für nicht zur Verfügung gestellte, erforderliche digitale Arbeitsmittel oder als freiwillige Abgeltung geleistet werden. Wird die Pauschale vom Dienstgeber nicht in voller Höhe ausgeschöpft, kann der Dienstnehmer die Differenz als Werbungskosten in der Arbeitnehmerveranlagung geltend machen. Aufgrund der bisher fehlenden Bestimmungen kommen Sonder-regelungen zum Einsatz. So war die Pendlerpauschale trotz Home-Office bis zum 30.6.2021 absetzbar.

Ergonomisches Mobiliar

Anschaffungen vom Dienstnehmer für ergonomisch geeignetes Mobiliar bis 300 Euro pro Jahr sind steuerlich absetzbar. Der im Jahr 2021 investierte Betrag kann bereits im Jahr 2020 in Höhe von 150 Euro in der Arbeitnehmerveranlagung angesetzt werden. Ein Vortrag der Ausgaben ist bis 2023 möglich.

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