Ist das Gebäude fit für ein verändertes Klima?

MehrHitze, mehr Starkregen: Mitunter wird’s in einem älteren Gebäude auswetter-technischen Gründen bald ungemütlich. Man kann ein Gebäude im Zuge einerSanierung allerdings ziemlich einfach an ein sich weiter veränderndes Klimaanpassen.

Die Sommertauglichkeit des Gebäudes hängtvor allem von vier Faktoren ab:

  • Dämmstandard
  • Masse des Gebäude
  • Abschattung der Fenster und
  • nächtliche Auskühlung durch Fenster- oder Komfortlüftung.

Einegute Außenwanddämmung schützt das Gebäude nicht nur im Winter vor demAuskühlen, sondern auch im Sommer vor dem Überwärmen. Die Masse verzögertbeides, lässt sich in der Sanierung aber nur bedingt beeinflussen.

Schutz vor der Hitze: dämmen, verschatten, begrünen, lüften.

Ganz im Gegensatz zu einer guten Verschattung der Fenster: Raffstore, Fallmarkisen, Läden, Vordächer, Veranden und Balkone bieten zahlreiche Möglichkeiten, die direkte Sonnenein­strahlung auf die Fenster im Sommer zu verhindern.

Zurnächtlichen Auskühlung sind vertikale Fenster günstig, die möglichst aufgegenüberliegenden Fassadenseiten liegen und nachts geöffnet bleiben können.Sind sie zudem über die Geschoße verteilt, unterstützt die Thermik dieDurchlüftung.

DieBegrünung von Dächern und Fassaden dämpft die sommerliche Erwärmung ebenfallswirkungsvoll. Sie wird idealerweise schon frühzeitig in der Planungberücksich­tigt. Immer öfter wird im Sommer aktiv mit Geräten gekühlt.

Dochein erhöhter Energieverbrauch oder eine in Sommernächten laufende Außeneinheitder Luftwärmepumpe trübt die Freude an der Technik. Deshalb sollten auf jedenFall erst die baulichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Schutz vor Starkregen: ableiten, abdichten.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird in Zukunft öfter so viel Regen fallen, dass er nicht mehr versickert, sondern an der Oberfläche abläuft. Im ungünstigsten Fall zur Haus-, Keller- oder Terrassentüre ins Haus hinein.

NachMöglichkeit sollte daher das Gefälle vom Haus weg zu einer Straße oder eineranderen versiegelten Fläche verlaufen. Auch Terrassen sollten mit Rinnen vomHaus ­getrennt werden. Wurden schon bei der Errichtung des Gebäudes Rinneneingebaut, müssen sie unbedingt nachdimensioniert werden. Aufkantungen schützenTreppenabgänge oder Lichtschächte. Auch bestehende Abdichtungen sollten im Zugeeiner Sanierung geprüft und ggfs. etwas höher geklebt werden.

Schutz vor Rückstau: höherlegen, verschließen.

Das öffentliche Kanalnetz ist nicht darauf ausgerichtet, Starkregen vollständig aufzunehmen. Im schlimmsten Fall kann es daher zum Rückstau von Regenwasser bis in ein Gebäude kommen, wenn Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene liegen.

DerVerzicht auf solche Ablaufstellen ist daher auch der beste Schutz vor Rückstau.Geht das nicht, braucht’s technische Maßnahmen wie Hebeanlagen oderRückstauverschlüsse. Sind die schon vorhanden, dann müssen sie im Zuge derSanierung unbedingt überprüft werden.

Gut eingesetztes Geld.

Auch wenn diese Maßnahmen zusätzliches Geld kosten, sind sie im Verhältnis zum Schadenfall buchstäblich spottbillig. Hundertjährige Wetterereignisse finden mittlerweile innerhalb weniger Jahre mehrfach statt, deswegen ist die bauliche Vorsorge mit Sicherheit eine kluge Herangehensweise.

Infos und Beratung

Über Maßnahmen zum Schutz vor Hitze oder Starkregen am Gebäude informiert die Energieberatung im Energieinstitut Vorarlberg. Kontaktanfrage auf www.energietelefon.at

Tipps zur Begrünung von Dach und Fassade gibt’s online auf www.buntundartenreich.at

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