Schnäppchen-Reise oder lieber zu Hause bleiben an Ostern? Wie entscheiden Sie sich?

So finden Sie jetzt die Osterreise-Schnäppchen!

Eine Woche Familien-Urlaub in der Türkei für 1.140 Euro, mit All-Inclusive, mitten in den Osterferien und mit kostenfreier Storno-Option. Solche Angebote gibt es derzeit auf Buchungsportalen, mit Flug und Verpflegung, weil Corona die Reisebranche immer noch lähmt. Einer der Reiseveranstalter, mit denen wir darüber gesprochen haben, glaubt nicht, dass diese Preise für Ostern noch viel tiefer sinken werden – aber, wer weiß, in Corona-Zeiten kommt eben so manches anders.

Nach guten Angeboten suchen

Ja, da schaut man zweimal hin – 1.140 Euro? Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern – kann das stimmen? Hier ist es ein Angebot mit Doppelzimmer, recht eng für eine Familie. Für 1.512 Euro wäre das größere Familienzimmer buchbar.

Wie bei Ostereiern geht das Finden eines Osterreiseschnäppchens auf Portalen mit einer Suche einher. Um fündig zu werden, empfiehlt es sich daher auf mehreren Seiten zu schauen, Reisedauer und/ oder Leistungen zu variieren und flexibel sein beim Reiseziel zu sein. So finden wir für eine Woche mit der Familie auf den Kanaren Angebote mit Halbpension, zum Beispiel für 1767 Euro ein TUI Kids Club Hotel auf Teneriffa. Und das mitten in einer der Haupt-Reisezeiten auf den Kanaren, in der solche Angebote normalerweise viel teurer wären. Wo ist der Haken?, fragt man sich. Und klar gibt es gleich mehrere, die manche Urlauber vielleicht in Kauf nehmen könnten, um über Ostern einen Strand zu sehen, Baden zu können. Man sollte sich nur über die “Haken” vorher im Klaren sein!

Sich des Risikos bewusst sein

Die Kanarischen Inseln gelten derzeit mit Blick auf Corona nicht nur als Risikogebiet, sondern sogar mit ganz Spanien zusammen als “Hochinzidenz-Gebiet”, wie Dubai oder auch Ägypten. Veranstalter glauben, dass sich das in einigen Regionen bis Ostern wieder entspannen wird. Die Türkei ist derzeit dagegen “nur” Risikogebiet.

Eine Reisewarnung bedeutet das normalerweise automatisch. “Wirklich risikoarm in Sachen Corona sind die meisten solcher Reisen derzeit nicht, deshalb sollte man sich genau überlegen, ob man sich dafür entscheidet”, sagt RTL Reise-Experte Ralf Benkö. Denn nicht umsonst gebe es diese Einstufung des Robert-Koch-Instituts und des Auswärtigen Amts.

Was sollte ich sonst noch beachten und vorher klären?

Doch für Regionen wie zum Beispiel die Kanaren, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate oder die Malediven ließen verschiedene Reiseveranstalter den Reisebetrieb weiterlaufen. Ralf Benkö: “Man sollte diese Entscheidung mit Blick auf das Risiko zunächst gut abwägen, dann Ein- und Rückreise-Bedingungen wie Corona-Tests und Quarantäne-Vorschriften bedenken, prüfen inwiefern die eigenen Versicherungen und der Arbeitgeber solche Reisen akzeptieren, auf kostenfreie Umbuchungs- und Stornomöglichkeiten achten, sich möglichst dazu im Reisebüro beraten lassen … und erst dann buchen.” Auch müsse man einkalkulieren, so der RTL Reise-Experte, dass Zusatzkosten für vorgeschriebene Corona-Tests entstehen.

Diese Familien-Ziele halten Reiseveranstalter für die Osterferien realistisch

Türkei

In Izmir, Türkei, könnte eine vierköpfige Familie eine Woche in einer Familiensuite im Fünf-Sterne-Hotel für 1512 Euro verbringen. Zwar besteht eine Reisewarnung für die Region, dafür gibt es aber Angebote, die sich noch bis zwei Wochen vor Abreise stornieren lassen. Teilweise ist diese Option für Buchungen bis Mitte Februar noch kostenlos, danach fallen 29 Euro pro Vollzahler an.

Kanarische Inseln

Wie bereits erwähnt, könnte eine Familie mit zwei Kindern in einem Vier-Sterne-Bungalow auf Teneriffa für 1767 Euro eine Woche Auszeit vom Alltag nehmen. Aber Obacht: Für die Kanaren ist nicht nur eine Reisewarnung ausgesprochen, sie gelten als Hochinzidenz-Gebiet. Sollte sich dies bis Ostern nicht mehr ändern, ist durch die zusätzliche Buchung des Flex-Tarifs für 39 Euro diese Reise ebenfalls bis 14 Tage vor Abflug kostenfrei stornierbar.

Griechenland

Zehn Tage Kreta im Bungalow eines ansehnlichen Fünf-Sterne-Hotel – dafür zahlt eine Familie, bestehend aus vier Personen, 2360 Euro. Vereinzelte Regionen in Griechenland sind zwar als Risikogebiete eingestuft und dadurch mit Reisewarnung versehen (so zum Beispiel West- und Zentralmakedonien, Thessalien, Attika und Mittelgriechenland), für Kreta gilt aber derzeit keine der beiden Einstufungen. Dadurch ist die Insel im Vergleich zu den anderen Zielen sicherer, was die Infektionsgefahr betrifft, dennoch sollte man sich die Flex-Option für 39 Euro leisten, denn die Situation kann sich immer noch ändern.

Karibik

Auch möglich und preiswert: Die Karibik. Für 4282 Euro im Vier-Sterne-Hotel auf Kuba kann sich eine Familie neun Nächte lang erholen. Im Double-Zimmer zwar etwas eng, aber dennoch preiswert. Hinzu kommt, dass Kuba derzeit kein Risikogebiet mehr ist und der Urlaub dadurch mit weniger Sorgen und Risiken verbunden wäre. Eine kostenlose Stornierungsoption ist aber dennoch zu empfehlen.

Günstiger geht´s in der Dominikanischen Republik: Neun Übernachtungen im Superior-Zimmer eines 3,5 Sternehotel kosten eine Familie 3866 Euro. Da die Insel aber als Risikogebiet gilt und eine Reisewarnung besteht, sollte auf die Flex-Option keinesfalls verzichtet werden!

Mallorca

Auch auf der beliebten Ferieninsel lassen sich Osterschnäppchen ausfindig machen: Neun Nächte im Vier-Sterne-Apartment direkt am Strand für 1660 Euro. Bei diesem Angebot aber auch unbedingt die kostenfreie Stornierungsoption dazu wählen, da Spanien sogar Hochinzidenzgebiet ist. Sollte sich dies bis Ostern nicht verändern, ist es wahrscheinlich dass Cafés, Bars und Geschäfte ab einer gewissen Größe geschlossen bleiben. Für alle, die ohnehin nur geplant haben, den ganzen Tag am Strand zu entspannen, kommt die Insel als Reiseziel in Frage.

*Die von uns rausgesuchten Angebote sind alle inklusive Flüge, mit All Inclusive oder Halbpension und mindestens einem Transfer.

Unbedingt kostenfreie Stornierungsoption auswählen!

Es allerdings sein, dass auch solche Ziele, die von Reiseveranstaltern während der Corona-Krise weiter angesteuert wurden, später doch noch ausfallen – möglicherweise wegen dynamischer Verbreitung der neuen Virus-Mutationen. Ralf Benkö: “Ich würde so etwas also eher als Reise-Option ansehen. Wenn man mit entsprechenden Optionen für kostenfreie Stornierung bucht, dann hat man noch Zeit, sich anders zu entscheiden.”

Man solle sich den Termin für den Fristablauf nur gut notieren, damit man ihn nicht verpasst. Und: er sollte nicht zu früh vor Abreisetermin liegen. “Zwei Wochen sind derzeit üblich, es gibt vereinzelt aber auch Storno-Optionen bis eine Woche vor Abreise”, so Benkö. Einige der bisher völlig kostenfreien Flex-Angebote werden bald kostenpflichtig. Die Preise für diese Storno-Optionen pendeln sich aber auf recht niedrigem Niveau ein. Mehr und mehr Kunden suchen danach.

Reisechancen aus Veranstaltersicht

Aage Dünhaupt, Sprecher der TUI, hofft, dass die Kanarischen Inseln für Ostern eine relativ sichere Option sein werden. Die TUI Group führe die Flüge und Reisen dorthin eben auch in der Krise regelmäßig durch. Deniz Ugur von Bentour sieht dagegen die Türkei im Vorteil: Die Corona-Tests vor der Rückreise würden oft in den Hotels durchgeführt und seien günstiger als vergleichbare in anderen Reiseländern. Auch würden die Flüge in die türkischen Feriengebiete recht verlässlich stattfinden.

Entscheidung für Urlaubsreise sollte gut überdacht sein

Wenn man auf die Empfehlungen der Bundesregierung hört, sind solche Reisen noch sehr kritisch zu betrachten. Ralf Benkö erinnert auch noch daran: “Bitte daran denken, sollte man im Urlaub für ein bis zwei Wochen in Quarantäne müssen, ist nicht nur die Urlaubsfreude dahin, dann könnte das auch Verdienstausfall bedeuten.” Einige werden dennoch zu Ostern in ein Flugzeug steigen wollen – in einer Zeit, in der viele Reisen noch eine recht hohe Wahrscheinlichkeit für Überraschungen bieten werden. Und das ist eben der Hauptgrund, warum jetzt so manche Preise purzeln.


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