Überraschende Studie: Können Menschen in diesem Alter sogar von Alkohol profitieren?

Lange Zeit ging man davon aus, dass ein paar Drinks unserer Gesundheit nicht allzu sehr schaden beziehungsweise sie in einigen Bereichen – etwa der Herzgesundheit – sogar davon profitieren kann. In den vergangenen Jahren lautete dann der wissenschaftliche Konsens: Schon geringe Mengen Alkohol schaden dem Gehirn und können diverse Erkrankungen begünstigen. Ein groß angelegtes Forschungsprojekt der US-amerikanischen University of Washington in Seattle, die "Global Burden of Diseases"-Studie, hat sich nun erneut mit den Auswirkungen von Alkohol auf unsere Gesundheit beschäftigt.

Große Studie über die gesundheitlichen Auswirkungen von Alkohol

In einer aktuellen Analyse aus weltweit 21 Regionen haben sich die Forschenden Daten von Menschen zwischen 15 und 95 aus einer Zeitspanne von 30 Jahren angeschaut. Dabei haben sie Auswirkungen von Alkoholkonsum auf insgesamt 22 verschiedene Gesundheitsrisiken untersucht, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

Die Studienergebnisse legen nahe, dass es offenbar einen großen Unterschied macht, in welchem Alter man Alkohol konsumiert. So schadet das Trinken Menschen unter 40 laut den Studienergebnissen deutlich stärker als Personen über 40. Letztere können von geringen Mengen Alkohol offenbar sogar gesundheitlich profitieren.

Junge Menschen sollten möglichst wenig trinken, ab 40 darf es etwas mehr sein

Überraschend ist, wie sehr schon wenig Alkohol jungen Menschen schaden kann. Die Forschenden empfehlen beispielsweise Frauen unter 40 Jahren eine maximale Alkoholmenge von zwei Esslöffeln Wein oder 100 Millilitern Bier pro Tag. Junge Männer sollten offenbar sogar noch weniger trinken: Ihnen legen die Expert:innen nahe, maximal zwei Teelöffel Wein oder 40 Milliliter Bier am Tag zu sich nehmen. Letzteres entspricht etwa einem Schnapsglas.

Während junge Menschen also sehr vorsichtig mit dem Trinken sein sollen, können gesunde Personen ab einem Alter von 40 Jahren von einem moderaten Alkoholkonsum laut den Studienergebnissen offenbar profitieren. Etwa ein kleines Glas Wein pro Tag kann offenbar das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einen Schlaganfall oder Diabetes reduzieren.

Co-Autorin Emmanuela Gakidou von der University of Washington fasst die Ergebnisse der großen Studie wie folgt zusammen: "Unsere Botschaft ist einfach: Junge Leute sollten nicht trinken, aber ältere Menschen könnten von kleinen Mengen profitieren", erklärt sie. "Auch wenn es unrealistisch sein dürfte, dass junge Erwachsene auf das Trinken verzichten, halten wir es für wichtig, die neuesten Erkenntnisse zu kommunizieren, damit jeder Einzelne fundierte Entscheidungen für seine Gesundheit treffen kann."

Verwendete Quellen: thelancet.com, theguardian.com, zeit.de

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