Viel Zucker und Koffein: Warum Kinder auf Fertig-Eistee verzichten sollten

Keine gesunde Alternative zu sonstigen Softdrinks

von RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder

Gerade im Sommer ist Eistee als vermeintlich gesunder Durstlöscher vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Was vielen nicht bewusst ist: Neben dem hohen Zuckergehalt enthält Eistee weitere Inhaltsstoffe, die zu teils heftigen Nebenwirkungen führen können.

Eistee enthält fast genauso viel Zucker wie Cola

Eistee ist derzeit eines DER In-Getränke. Nicht zuletzt Influencer wie „Capital Bra“ und „Shirin David“ tragen mit ihren eigenen Variationen dazu bei, dass Fertig-Eistee bei Kids und Jugendlichen immer beliebter wird. Viele greifen auch deshalb zu Eistee, weil sie der Meinung sind, dass er eine gesündere und kalorienärmere Alternative zu Cola oder sonstigen Limonaden darstellt. Doch das ist ein Trugschluss: 100 Milliliter fertig gekaufter Eistee enthalten etwa acht Gramm Zucker, die gleiche Menge Cola neun Gramm. Somit enthält ein Glas (250 ml) Eistee knapp sieben Stücke Würfelzucker.

Nicht nur vor dem Hintergrund, dass der Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte für Kinder maximal 25 Gramm Zucker pro Tag empfiehlt, ist das eine Menge. Vor allem, weil die meisten über den Tag verteilt wohl mehr als ein Glas Eistee trinken.

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Gesüßte Getränke fluten den Körper mit Zucker und Kalorien, ohne dabei zur Sättigung beizutragen! Folglich steige der Blutzuckerspiegel rasant an. Um den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen, schüttet unser Körper viel Insulin aus, das wiederum die Fetteinlagerung fördert. Dadurch steige nicht nur das Risiko für Übergewicht, sondern auch für Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck. Zudem fördere der hohe Zuckergehalt auch die Gefahr für Karies. Doch das ist nicht alles.

Viele Fertig-Eistees enthalten Koffein

Was viele nicht wissen: Wie Energydrinks enthalten die meisten Eistees neben reichlich Zucker auch Koffein. Der Wachmacher wirkt aufputschend und kann zu Schlafstörungen führen. Regelmäßig und in größeren Mengen aufgenommen kann Koffein darüber hinaus zu Herzrasen, Übelkeit und Kreislaufproblemen führen. Das erklärt, warum Koffein gerade für Kinder eigentlich tabu sein sollte.

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Leider hilft ein Blick auf die Verpackung oder Zutatenliste hier nicht weiter: Bei einer Untersuchung von 54 Eistees durch Öko-Test im Jahr 2019 fand sich nur auf knapp einem Drittel der Tees ein Hinweis auf das enthaltene Koffein. Der Grund: Die Hersteller sind nicht zu der Angabe verpflichtet, solange „Tee“ in der Zutatenliste aufgeführt ist. Dabei wiederum muss auch nicht angegeben werden, ob es sich um schwarzen oder grünen Tee handelt, die beide Koffein enthalten, oder um reinen Früchtetee, der kein Koffein enthält.

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Regelmäßiger Konsum von Eistee steigert Kariesrisiko

Und auch das fruchtige Aroma ist in den seltensten Fällen auf den Gehalt an Früchten wie beispielsweise Zitronen oder Pfirsiche zurückzuführen. Stattdessen werden in der Regel Aromastoffe eingesetzt. Viele Hersteller setzen auf Zitronensäure statt Zitronensaft. Diese verbirgt sich hinter der Bezeichnung E330 in der Zutatenliste.

Zitronensäure ist vor allem deshalb problematisch, weil sie – genau wie Zucker – den pH-Wert des Speichels senkt und damit das Risiko für Karies erhöht.

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Zero-Varianten können Heißhunger auslösen

Aber auch die zuckerfreien oder -armen Zero- oder Light-Varianten sind nicht zu empfehlen. Durch die enthaltenen Süßstoffe gewöhnen sich Kinder an den süßen Geschmack. Das erhöht das Risiko für Übergewicht.

Und nicht nur das: Süßstoffe können auch Heißhungerattacken auslösen. Der süße Geschmack täuscht unserem Gehirn vor, dass es nun Zucker bekommt. Unser Körper kann die Süßstoffe jedoch nicht aufspalten und keine Energie daraus gewinnen. Daher lösen Süßstoffe häufig Heißhunger auf Süßes aus, der nur durch echten Zucker gestillt werden kann.

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Machen Sie Ihren eigenen Eistee – so einfach geht's!

Völlig ok ist für Kinder nur hin und wieder ein kleines Glas Eistee. In Maßen und nur hin und wieder ist ein Glas Fertig-Eistee auch für Kinder erlaubt. Von einem regelmäßigen und höheren Konsum rate ich jedoch ab. Wer nicht auf Eistee verzichten wolle, kann diesen ganz einfach selber machen.

Kochen Sie dazu nach Belieben Früchte- oder Kräutertee auf. Für einen Liter Tee sollten Sie drei Teebeutel nehmen. Lassen Sie den Tee abkühlen und geben Sie anschließend – je nach Geschmack – etwas Fruchtsaft hinzu. Aber auch Zitronen- oder Limettenscheiben, frische Beeren, Minze oder etwas Basilikum sind Zutaten, die dem Eistee einen Vitaminkick verpassen und für einen frisch-fruchtigen Geschmack sorgen. Servieren Sie ihn mit Eiswürfeln. Und wenn Sie in die Eiswürfel dann noch ein Gummibärchen oder ein Stück der Lieblingsfrüchte ihres Kindes geben, werden sie vermutlich auch kleine Skeptiker von der selbstgemachten Variante überzeugen können.

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