Yusra Mardini schwamm erst um ihr Leben und dann um Olympia

Wie sie aus Lebensrettung Spitzensport machte

Die geflüchtete Yusra Mardini hat die gefährliche Überfahrt von Syrien nach Europa in einem Schlauchboot geschafft. Allerdings nicht ohne Risiko. Als der Motor ihres Schlauchbootes versagte, hat sie sich und anderen mit Schwimmen das Leben gerettet. Jetzt schwimmt sie, um bei Olympia 2021 anzutreten.

Was die junge Flüchtlingsschwimmerin antreibt, sehen Sie im Video!

Schwimmen ist für sie mehr als nur ein Hobby

Sie gibt nicht auf – egal ob damals im Mittelmeer oder heute im Schwimmbecken. Vor fünf Jahren ist Yusra Mardini zusammen mit ihrer Schwester aus dem bürgerkriegsgeplagten Syrien nach Europa geflohen, um in Deutschland sicher leben zu können. Die damals 17-Jährige war mutig, sogar mutiger als ihre Eltern. Denn zusammen mit ihrer Schwester riskierte sie ihr Leben in der Hoffnung, in Deutschland ein besseres zu finden. Zusammen mit 18 weiteren Menschen wagte sie 2015 die Überfahrt in einem Schlauchboot nach Deutschland. Danach überzeugte sie ihre Eltern nachzukommen.

Überfahrt mit Turbulenzen

Die 25-tägige Fahrt übers Meer aus einem Land, das schon allein mit dem Flugzeug sechs Stunden entfernt ist, verlief keineswegs reibungslos. Auf der Fahrt von der Türkei nach Griechenland hat der Motor des Schlauchbootes, das eigentlich nur für sieben Personen zugelassen war, versagt. Mit Schwimmen haben Yusra, ihre Schwester und zwei weiteren Flüchtende das Boot wortwörtlich über Wasser gehalten. “Wir mussten ins Wasser springen und das Boot stabilisieren. Sie haben zu uns gesagt, es dauere 45 Minuten, doch dann waren wir dreieinhalb Stunden im Wasser, bis wir in Griechenland angekommen sind. Schwimmen hat mein Leben gerettet.”

Eine lebenswichtige Leidenschaft

Mit ihrer Familie in Sicherheit leben zu können, ist für Yusra das Wichtigste. An zweiter Stelle kommt das Schwimmen. Schon mit drei Jahren bekam sie von ihrem Vater, damals noch in Syrien, Schwimmunterricht. Heute trainiert Yusra am Olympiastützpunkt Hamburg für ihre Träume. Ihr klares Ziel: Sie will 2021 für das Refugee-Team bei den Olympischen Spielen in Tokio starten. Schon 2016 war sie in Rio angetreten. Eine Medaille würde die Leistungsschwimmerin stolz machen, eine deutsche Staatsbürgerschaft aber auch. Yusra könne sich nicht mehr vorstellen, aus Deutschland wegzugehen.

Ein Beispiel für gelebte Integration

Vor fünf Jahren hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrem Ausspruch “Wir schaffen das!” ein positives Zeichen für die Aufnahme von Geflüchteten setzen wollen. Yusra Mardini verkörpert diesen Ausspruch. “Sie ist ein Vorbild für viele Sportler. Sie ist eben mehr als ein gewöhnlicher Sportler aufgrund ihrer persönlichen Geschichte. Man hat natürlich Sport im Fokus, aber mit ihrer Geschichte ist sie ein wichtiger Kandidat für das Refugee Team”, sagt ihr Schwimmtrainer Tobias Müller. In ihrem Buch “Butterfly” hat die 22-Jährige ihre Erlebnisse Schwarz auf Weiß festgehalten und motiviert dabei andere. Manchmal, erzählt Yusra, bekommt sie Fanpost: “Das ist so süß. Da schicken Kinder Briefe und schreiben ´Ich will auch Schwimmerin werden´. Und deshalb bleibe ich immer stark für sie.”

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