Das Gedenkkonzert für Mariss Jansons

Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks erinnern mit Mahlers Zweiter an Mariss Jansons

Manche Tage beginnen nicht gut und enden auch nur verhalten. Am Mittwoch wurde bekannt, Ministerpräsident Markus Söder habe bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion davon gesprochen, man müsse beim geplanten Konzerthaus im Werksviertel die gesamte Kostenentwicklung im Blick haben. Die Kosten seien gestiegen, mehr Holz sei nicht schlecht, mehr Klimabewusstsein und ein Nachdenken über künstlerische Aspekte.

Diese Äußerung irritierte unmittelbar vor dem Gedenkkonzert für Mariss Jansons, dessen Erlös der Stiftung Neues Konzerthaus München zugute kommt. Der in der Nacht vom 30. November auf 1. Dezember 2019 im Alter von 76 Jahren verstorbene Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks hat dieses Projekt angestoßen und dafür gekämpft. Rückt die Staatsregierung vorsichtig von diesem bei Landtagsabgeordneten außerhalb Münchens wenig beliebten Projekt ab?

Wohl nicht, denn nichts ist teurer, als auf halbem Weg wieder aus einem Projekt auszusteigen und geschlossene Verträge auszubezahlen. Die womöglich einfachste Erklärung: Söder wusste nichts vom Termin des Gedenkkonzertes. Dass es im Zusammenhang mit dem Konzerthaus auch nach 10 Jahren Debatte mehr Fragen als Antworten gibt, scheint allerdings ebenso unbestreitbar wie das teure Ärgernis der zwischen Staat und Stadt unkoordinierten Gasteig-Sanierung und dem dafür nötigen Interimsbau mit einem weiteren Konzertsaal.

Mehr Geld von privater Seite

Am Abend wies im Gasteig Kunstminister Bernd Sibler in seiner kurzen Ansprache mit deutlichem Blick auf die Vertreter des Fördervereins darauf hin, dass die Finanzierung des Neubaus im Werksviertel keine einfache Sache sei. Tatsächlich wird da bisher über eingeworbene Summen geschwiegen. Dann würdigte er Jansons als „ganz Großen“, der um die gesellschaftsverändernde Kraft der Musik gewusst habe und wiederholte seinen Vorschlag, den Saal im Werksviertel nach dem Dirigenten zu benennen.

Wer fehlte, war Ulrich Wilhelm, der Intendant des Bayerischen Rundfunks. Und da kann man sich schon fragen: Ist die Gedenkfeier für den Chefdirigenten für Chor und Symphonieorchester des Senders kein Pflichttermin? Ein Grund für die Abwesenheit wurde während der Veranstaltung nicht genannt. Auf Nachfrage ist zu hören, Wilhelm habe an den Gedenkfeiern in St. Petersburg und Wien teilgenommen. Er sei wegen eines Termins im Kulturausschuss des Bundestages verhindert, der Dirigent Zubin Mehta und der Gasteig wären dagegen nur an diesem Mittwoch frei gewesen.

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel