"Ich hatte damals das Gefühl, die Welt steht still"

30 Jahre ist es her, dass Roy Black überraschend starb. Noch immer ist der Schlagerstar und Schauspieler unvergessen. Zu seinem Todestag erinnert sich Blacks Manager Wolfgang Kaminski zurück.

Roy Black starb am 9. Oktober 1991 mit nur 48 Jahren. Seine Hits wie „Ganz in Weiß“ oder „Du bist nicht allein“ sind Fans bis heute im Ohr. Auch seine Rolle des Lennie Berger in der Serie „Ein Schloss am Wörthersee“ dürfte vielen noch präsent sein. Zum 30. Todestag von Gerhard Höllerich, so der bürgerliche Name von Roy Black, spricht sein früherer Manager Wolfgang Kaminski über gemeinsame Erlebnisse mit dem Schlagerstar und über dessen plötzlichen Tod.

Black und Kaminski trafen im April 1977 erstmals aufeinander. Wenig später wurde Black der erste Künstler, den der eigentliche Veranstalter Kaminski managte. „Jeder lernte das Leben des anderen sehr gut kennen“, berichtet Kaminski im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news. Man habe viel Zeit miteinander verbracht. Auch privat. „Er hat sehr oft bei mir und meiner Familie übernachtet, wenn er von Reisen kam. Meine Frau und mein damals sieben- oder achtjähriger Sohn haben ihn dadurch auch sehr gut kennengelernt. Wenn es in den Süden ging, war ich auch umgekehrt oft bei ihm und seiner damaligen Frau Silke über Nacht“, so Kaminski weiter.

Wolfgang Kaminski: Der frühere Manager von Roy Black hat in einem Interview über die gemeinsame Tod des Schlagerstars sowie dessen Tod gesprochen. (Quelle: IMAGO / Eventpress)

„Abends gab es dann die Verwandlung“

Kaminski kannte Black gut, war eng mit ihm befreundet. Dass Roy Black und Gerhard Höllerich häufig als zwei verschiedene Personen beschrieben werden – der eine sympathisch und strahlend, der andere hochsensibel und zweifelnd – kann er nicht nachvollziehen. Eine solche Trennung sei seiner Ansicht nach nicht möglich. „Ich glaube, in jedem Beruf zweifelt man schon mal an dem, was man tut. Das hat er auch getan. Er hatte in seinem Lebensplan nie das Ziel, so erfolgreich zu sein, wie er war.“ Kaminski betonte, dass Roy Black „sehr naturverbunden“ war. „Tagsüber hat er große, teilweise abenteuerliche Wanderungen gemacht. Abends gab es dann die Verwandlung: Duschen, Smoking anziehen, auf die Bühne gehen. Natürlich ist das ein bisschen widersprüchlich. Aber das ist doch in jedem Beruf ähnlich.“

Die beiden Männer hatten über zehn Jahre zusammengearbeitet als Roy Black am 9. Oktober 1991 tot in seiner Fischerhütte in Heldenstein östlich von München aufgefunden wurde. Kurz zuvor waren in Verona die Schlussszenen von „Ein Schloss am Wörthersee“ gedreht worden. „Sein Plan war eigentlich, weiter nach München zu seinem Rechtsanwalt und danach nach Herdecke zu seiner Lebensgefährtin Carmen Böhning und seinem wenige Wochen alten Baby Nathalie zu fahren. Am 8. Oktober haben wir noch mehrmals miteinander telefoniert, am 9. Oktober erreichte ich ihn dann nicht mehr“, erzählt Kaminski.

Roy Black mit Carmen Böhning: Die beiden haben eine gemeinsame Tochter. (Quelle: IMAGO / Spöttel Picture)

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Blacks Bruder Walter fuhr schließlich nach Heldenstein, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Er fand den toten Schlagerstar auf. „Am nächsten Morgen gab ich an den Westdeutschen Rundfunk durch, dass Roy Black verstorben sei. In den Acht-Uhr-Nachrichten fiel dann der Satz: Gestern Abend ist im bayerischen Heldenstein Roy Black im Alter von 48 Jahren gestorben. In der Sekunde wurde mir erst richtig bewusst, dass Roy Black tot ist. Die Nachricht von Walter war noch so unwirklich. Es von dem Nachrichtensprecher zu hören, war plötzlich so amtlich und offiziell“, erzählt Kaminski. Am 16. Oktober nahmen bei einer Trauerfeier rund 8.000 Menschen Abschied von Roy Black. „Ich hatte damals das Gefühl, die Welt steht still. Ich habe nie zuvor und auch nie danach ein solches Interesse an einem Todesfall erlebt.“

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