Till Brönner und sein Appell an Politik und Unterhaltungsbranche

Till Brönner leidet als Musiker und Fotograf auch unter den strengen Corona-Verordnungen. Via „Instagram“ veröffentlichte der 49-Jährige einen siebenminütigen Clip dazu. Der Musiker sagte: „Sowas wie heute habe ich noch nie gemacht. Muss daran liegen, dass ich ziemlich sauer bin.“ Seit Monaten erlebe er, wie eine gesamte Branche durch Corona lahmgelegt wird. Und er sehe auch, „wie auffällig verhalten und geradezu übervorsichtig Bühnenkünstler sich auch nach acht Monaten zu dieser Misere äußern, obwohl ihre Existenz gerade fundamental auf dem Spiel steht.“ Diese Zurückhaltung halte er aber für einen Fehler. Weiter sagte er: „Weil sie ein völlig falsches Bild der dramatischen Lage zeichnet, in der sich unser Berufszweig aktuell befindet. Hier geht es nicht um Selbstverwirklicher, die in ihrer Eitelkeit gekränkt sind. Es geht um uns alle. Und es geht um Geld, viel Geld.“

Er kritisierte auch die Politik und sagte: „Wie kann man einzelnen Konzernen Milliarden in den Vorgarten werfen und der Veranstaltungsbranche Arbeitslosengeld 2 anbieten? Wir Musikkünstler sind weder arbeitslos noch hatten wir vor Corona ein Nachfrageproblem. Wie so einige andere Branchen, die in Wahrheit nicht an Corona, sondern durch Schläfrigkeit oder Gier in Schieflage geraten sind.“

Er hat auch einen dringenden Appell an seine Kolleginnen und Kollegen. Er sagte weiter: „Wir in der Veranstaltungs- und Kulturbranche sind noch immer zu leise. Weil wir keine ernst zu nehmende Gewerkschaft haben. Und genau das rächt sich jetzt. Wie wäre es, wenn einfach mal drei Tage der Ton abgedreht oder das Radio keine Musik mehr spielen würde?“ Die Branche müsse hier ihre „Hausaufgaben“ machen und gegebenenfalls Mitgliedsbeiträge in einer Gewerkschaft zahlen. Er fuhr fort: „Auch wenn das vielleicht unkünstlerisch und uncool ist.“

Foto: (c) LooMee TV

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