Comedy-Legende Mort Sahl ist gestorben

Er revolutionierte die US-amerikanische Kabarettszene und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Humoristen des Landes: Mort Sahl. Jetzt ist der Komiker im Alter von 94 Jahren gestorben. 

„Ich fand, die Leute sahen besser aus, wenn sie lachten“, erzählte Mort Sahl einmal, als er gefragt wurde, warum er Komiker wurde. Und tatsächlich brachte kaum jemand die Zwerchfelle der US-Massen so sehr zum Beben, wie der 1927 in Montreal als Sohn einer kanadischen Mutter und eines New Yorker Vaters geborene Humorist.

Jetzt ist die Satiriker-Legende tot. Sahl wurde 94 Jahre alt. Das berichten mehrere US-Medien, darunter die „New York Times“ und die „Washington Post“, übereinstimmend. Er sei in seinem Haus in Mill Valley, Kalifornien, „friedlich“ eingeschlafen, heißt es von Sahls Freundin Lucy Mercer in den Berichten. 

Sahl lieferte politische Relevanz und Schärfe

Sahl revolutionierte die Satire- und Komikerszene zu Zeiten des Kalten Krieges. Damals war es in Amerika üblich, einfache Gags mit Fokus auf eine schnell verständliche Pointe zu machen, über Hausfrauen, Schwiegermütter oder das Arbeitsleben (von vorrangig weißen Männern in Anzügen).

Sahl hingegen brachte politische Relevanz und Schärfe ins Humorgeschäft. Er war stolz darauf, jeden Präsidenten von Dwight D. Eisenhower bis Donald Trump verspottet zu haben. Und dennoch bemühte er sich um eine strikte Trennung von Berufs- und Privatleben. Privat soll er den Demokraten John F. Kennedy bewundert haben und den Republikaner Ronald Reagan, den er leidenschaftlich gerne veralberte, zählte er zu seinen engsten Freunden.

Mort Sahl mit seiner Frau Kenslea Sahl in Los Angeles im Jahr 2007. (Quelle: Fred Prouser/Reuters)

Im legendären Nachtklub „hungry i“ in San Francisco wurde er als Stand-up-Comedian berühmt. Politisch Interessierte hingen Sahl in den Fünfziger- und Sechzigerjahren an den Lippen, während er pointiert den Status quo persiflierte. Bald zog der scharfzüngige Satiriker durch Nachtklubs im ganzen Land, trat im Fernsehen mit Steve Allen und Jack Paar auf. Er schaffte es 1960 auf die Titelseite des „Time“-Magazins und wurde im „New Yorker“ porträtiert. 

Sein Sohn kam mit 19 Jahren ums Leben

Auch in Hollywoodproduktionen spielte Sahl mit. Als Witze reißender Soldat war er etwa 1958 in „In Love and War“ und zwei Jahre später in „All the Young Men“ zu sehen. 

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Mort Sahl führte privat ein umtriebiges Leben. In erster Ehe war er von 1955 bis 1958 mit Susan J. Babior liiert. Von 1967 bis 1991 ging er mit dem ehemaligen Playmate China Lee durchs Leben. Aus der Ehe ging Sahl einziges Kind, ein Sohn, hervor, der 1996 im Alter von 19 Jahren durch den Konsum von Drogen ums Leben kam. Ein Jahr später trat Sahl mit Kenslea Ann Motter vor den Traualtar. Diese dritte Ehe endete im Jahr 2009 ebenfalls mit der Scheidung. Mort Sahl hinterlässt nach seinem Tod keine Familienangehörigen.

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