Ein Jahr nach der Neuordnung: Wie ist die Lage im Königshaus?

"Seine Majestät, der König hat Veränderungen im Königlichen Haus beschlossen. Der Hintergrund dieser Veränderungen ist, dass damit eindeutig diejenigen Personen festgelegt werden, von denen innerhalb der königlichen Familie erwartet wird, dass sie offizielle Aufträge erfüllen, die dem Staatsoberhaupt auferlegt sind oder die dem Staatschefsamt zuzuordnen sind." Diese Mitteilung des schwedischen Hofes ging am 7. Oktober letzten Jahres um die Welt.

Es bedeutete konkret, dass fünf Enkel des Königs – die Kinder von Prinz Carl Philip, 41, und Prinzessin Sofia, 35, sowie die von Prinzessin Madeleine, 38, und Christopher O'Neill, 46 – den Titel "Königliche Hoheit" ablegen mussten. Madeleine, Carl Philip und Sofia würden offizielle Aufträge nur in dem Umfang ausführen, "wie der Königs es entscheidet", hieß es im Statement weiter. Als Grund nannte man in einer Pressekonferenz, dass der Fokus künftig auf Kronprinzessin Victoria, 43, und ihrer Familie liegen werde. Die Verantwortung der anderen zwei Königskinder und Sofia würden demnach gelockert werden können. Was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen konnte: Anfang 2020 würde das Coronavirus über die Welt hereinbrechen und die Royals – vor allem das Königspaar – zum Rückzug zwingen.

Große Überraschung aus Schweden7 wichtige Fragen zu Neuordnung des Königshauses

Prinz Carl Philip und Prinzessin Sophia

Schon vor der Entscheidung des Königs waren Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia keine Vollzeit-Royals. Sofia engagiert sich in der von ihr mitgegründeten Charity-Organisation "Project Playground", Carl Philip in seiner Designfirma "Bernadotte & Kylberg". Das Paar begrüßte die Entscheidung Carl Gustafs und versicherte auf Instagram: "Wir werden auch weiterhin den König und die Kronprinzessin, unser zukünftiges Staatsoberhaupt, unterstützen und uns nach Belieben an den Aktivitäten des Königshauses beteiligen." Hof-Beobachter gingen jedoch davon aus, dass der Monarch künftig weniger auf Carl Philip und Sophia setzen werde. Die Coronapandemie macht es  jedoch schwierig zu beziffern, in welchem Umfang sich die Termine der beiden reduziert haben.

Fakt ist: Das Königspaar Carf Gustaf und Silvia gehört aufgrund seines Alters zur Risikogruppe. Das heißt, dass bei Außenterminen verstärkt auf die jüngere Generation gesetzt wird. Und da kommen Carl Philip und Sofia ins Spiel. Die beiden nehmen ab Oktober beispielsweise an einer Tour der Königsfamilie durch alle Provinzen des Landes teil, um in der Krise ihre Solidarität mit dem Volk zu zeigen. Doch das ist nicht alles.

Sofia kehrte im September zurück in das "Global Child Forum". Bereits 2015 saß sie hier an der Seite des Königspaares. Das "Global Child Forum" bringt einflussreiche Personen aus der Wirtschaft, Universitäten, Regierungen und Organisationen zusammen, um die Lebensumstände von Kindern national und global zu verbessern. Im August machten Sofia und Prinz Carl Philip mit der Dokumentation "Princess Sofia: Project Playground" von sich reden und Mitte April gab der Hof bekannt, dass Sofia eine Ausbildung als Pflegehilfskraft an der Sophiahemmet Universität in Stockholm absolviert habe. Bis heute arbeitet die 35-Jährige in dem der Universität angeschlossenen Sophiahemmet Krankenhaus. Es zeigt: Neben ihren Aufgaben als Mutter, Prinzessin und Wohltäterin hat Sofia noch Kapazitäten. Auch ihr Mann hat seit Anfang des Jahres hier und da repräsentative Aufgaben im Namen Carl Gustafs wahrgenommen. Gut für das Königshaus zu wissen, dass es sich auf Sofia und Philip verlassen kann – denn dank Corona werden die beiden vielleicht 2021 mehr gebraucht, als gedacht.

Prinzessin Madeleine

Prinzessin Madeleine hatte kurz nach der Verkündung ihres Vaters mitgeteilt, dass die Umstrukturierung des Königshauses lange geplant gewesen sei. "Chris und ich finden es gut, dass unsere Kinder in Zukunft eine größere Chance haben, ihr eigenes Leben als Individuum zu gestalten", schrieb Madeleine auf Instagram. Man glaubt es ihr. Schon seit Herbst 2018 lebt sie mit ihrem Ehemann und den drei gemeinsamen Kindern in Florida. Nur selten kommt Madeleine nach Schweden; zuletzt im Dezember 2019 zur Nobelpreisverleihung. Das Coronavirus hat Reisen in ihre Heimat in diesem Jahr verhindert. Schwedische Medien schreiben, das Nesthäkchen von König Carl Gustaf und Königin Silvia fühle sich wohl in seiner Wahlheimat. Dass Madeleine in absehbarer Zeit zurückkommt, ist derzeit kein Thema. Ihre wenigen Repräsentationseinsätze haben sich 2020 demnach auf null reduziert.




Nobelpreis 2019Die schönsten Looks der Feierlichkeiten

Prinzessin Victoria

Seit ihrem dritten Lebensjahr (erst 1980 wurde das Thronfolgegesetz zugunsten von Mädchen geändert) ist Victoria die Nummer zwei hinter ihrem Vater Carl Gustaf. Damit hatte Victoria schon von Kindesbeinen an einen besonderen Status in der Monarchie und für Schweden. Mit der Verkleinerung des Königshauses, so waren sich damals viele Hofberichterstatter einig, steige der Druck auf Victoria noch einmal. Und tatsächlich: Sowohl im Homeoffice zur Hochzeit des Coronavirus als auch bei persönlichen Terminen außerhalb ihrer vier Wände ab dem Sommer waren Victoria und Ehemann Prinz Daniel, 47, die Termin-Königin und der Termin-König unter den schwedischen Royals. Da das Ende der Pandemie nicht abzusehen ist, wird es vorerst auch so bleiben. Das Coronavirus hat die Rolle des Paares zusätzlich zur Verkleinerung des Königshauses gestärkt. Anzeichen, das die 43-Jährige der gesteigerten Arbeitsbelastung nicht standhält, gibt es nicht. Seit Jahrzehnten wird sie auf ihre Aufgabe als Staatsoberhaupt vorbereitet – und mit Daniel hat sie einen starken, verlässlichen Partner an ihrer Seite.

Verwendete Quelle:eigene Recherche

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