Für dieses Jubiläum kamen sie alle nach Salzburg

Festtag bei den Salzburger Festspielen: Zum “Jedermann”-Tag geben sich nicht nur die Bundespräsidenten Van der Bellen und Steinmeier die Ehre. Das berühmte Stück von Hugo von Hofmannsthal wurde vor 100 Jahren uraufgeführt.

Dabei sollte es nicht bleiben: Frühere “Jedermann”-Darsteller wie Klaus Maria Brandauer, Peter Simonischek, Cornelius Obonya, Philipp Hochmair sowie der amtierende “Jedermann” Tobias Moretti waren zu Gast, vor dem Start des Stücks waren sie gemeinsam mit weiteren namhaften Promis auf der Bühne zu sehen. Unter anderem Peter Lohmeyer, Michael Masula, Pauline Knof und viele mehr waren gekommen – und spielten anschließend “Jedermann” vor einem Corona-bedingt reduzierten Publikum in der Salzburger Innenstadt.

Die Bundespräsidenten Van der Bellen und Steinmeier besuchten zunächst ein Konzert der Wiener Philharmoniker unter Leitung von Christian Thielemann und verfolgten dann am Abend die festliche Aufführung des “Jedermann” auf dem Domplatz.

Seit 100 Jahren ist “Jedermann” ein Markenzeichen

Im Jahr 1920, bei der Festspiel-Premiere zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, setzte Regisseur Max Reinhardt das Stück erstmals auf dem Domplatz in Szene. Seither wurde es mit Ausnahme der Jahre 1922 bis 1926 sowie der Zeit von 1937 bis 1945, als Hofmannsthals Werke unter den Nazis nicht gespielt werden durften, jeden Sommer aufgeführt und zum Markenzeichen des Festivals.

Salzburg: Frank-Walter Steinmeier und Alexander Van der Bellen nehmen im Rahmen der Salzburger Festsspiele an einer Pressekonferenz teil. (Quelle: Barbara Gindl/dpa)

Uraufgeführt wurde der “Jedermann” 1911 in Berlin. Hofmannsthal hatte sein Stück nach Art eines altenglischen Mysterienspiels in historisch anmutenden Knittelversen verfasst. Die Wiederbelebung dieser mit allegorischen Figuren wie dem “Mammon” oder dem “Glauben” ausgestatteten dramatischen Form wollte der Dichter als Erneuerung des Theaters aus dem Geist der Vergangenheit verstanden wissen.

Bis 2002 wurde der “Jedermann” in Salzburg streng nach den Vorgaben Reinhardts inszeniert, in altertümlichen Kostümen und deklamatorischer Sprache. Der Leiter der Oberammergauer Passionsspiele, Christian Stückl, brach erstmals mit der ehernen Tradition und setzte deutliche moderne Akzente.

Klaus Maria Brandauer: Der Schauspieler aus Österreich liest bei den Salzburger Festspielen im Rahmen des «Jedermann»-Tages. (Quelle: Christian L/dpa)

Radikale Inszenierung des “Jedermann”

Die auch in diesem Jahr gespielte Inszenierung von Michael Sturminger aus dem Jahr 2017 ist die bislang radikalste. Sie zeigt einen sehr heutigen “Jedermann” in Alltagskleidung, den nicht göttliches Schicksal, sondern mutmaßlich ein Hirntumor ereilt.

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Zu den früheren Jedermann-Darstellern in Salzburg gehörten in den Siebzigern und Achtzigern auch Weltstars wie Curd Jürgens und Maximilian Schell.

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