Michael Wendler: "Ich bin kein Verschwörungstheoretiker"

Er hatte es bereits angekündigt: “Zurück am 3. November!” Nun hat der Schlagerstar ein langes Statement veröffentlicht – samt Entschuldigung, Erklärungen und wirrer Begründung für seinen Rücktritt.

Gleich zu Beginn seiner langen Nachricht äußert sich der 48-Jährige zu den Präsidentschaftswahlen, die am heutigen Dienstag in den USA stattfinden. Dabei bringt Wendler seine Bewunderung für den amtierenden Präsidenten Donald Trump zum Ausdruck und bezieht sich auf negative Schlagzeilen über Herausforderer Joe Biden. “Hier in Amerika gibt es eine wahnsinnig euphorische Stimmung, eine Aufbruchsstimmung sondergleichen, die Donald Trump zu verdanken ist, der in vielen Reden angekündigt hat, die Pandemie nach seinem Wahlsieg für beendet zu erklären”, so Wendler. Er fände es gut, dass es in “seinem” Bundesstaat Florida weder “Maskenzwang noch Lockdowns” gebe. Aber nun müsse natürlich abgewartet werden, wie die Wahl ausgeht.

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Darum hat sich Wendler nicht mehr auf Telegram geäußert

Anfang Oktober erklärte Wendler im selben Atemzug mit seinem Rücktritt aus der DSDS-Jury, dass er von nun an keine “zensierten” Medien wie Facebook und Instagram mehr nutzen werde, sondern nur noch über den bei Verschwörungstheoretikern beliebten Messengerdienst Telegram verfügbar sei, der inzwischen zu einer gefährlichen Propaganda-Plattform geworden ist. Doch auch da war es seit längerem ruhig um Michael Wendler. Zurück auf Instagram erklärt er, warum. “Das lag zum einen daran, weil ich erstmal das große Ganze betrachten wollte. Sich mal zurückzuziehen und sich alles mal anzugucken, ist nicht schlecht. Zum anderen natürlich auch, weil ich gemerkt habe, dass das, was ich gepostet habe, nicht richtig wahrgenommen wurde.” Er habe zwar viele Follower bekommen, aber die Klickzahlen auf seine Posts seien nicht so hoch gewesen. 

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“Ich bin kein Corona-Leugner”

Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger – diese Bezeichnungen kursierten in den vergangenen Wochen immer wieder im Zusammenhang mit Michael Wendler. “Das alles trifft überhaupt nicht zu, ich bin überhaupt kein Verschwörungstheoretiker und kein Corona-Leugner”, erklärt der Ballermannstar nun. “Das Coronavirus gibt es, das werde ich sicherlich nicht leugnen und das habe ich auch nie getan. Ihr könnt mich auf jeden Fall einen Corona-Realisten nennen oder auch einen Pandemie-Maßnahmenskeptiker, aber mit Sicherheit bin ich kein Aluhutträger.” Dass er noch Anfang Oktober gesagt hatte, “zahlreiche Mitstreiter” wie den emeritierten Professor Sucharit Bhakdi oder den Rechtsanwalt Dr. Reiner Fuellmich – einschlägige Corona-Leugner – zu haben, ließ er dabei aber außer Acht.

Weiter sagt Wendler: “Meinungsfreiheit ist ja im Grundgesetz verankert, jeder hat das Recht seine Meinung zu sagen in Wort, Schrift und Bild. Und mehr habe ich auch nicht gemacht. Ich habe die Maßnahmen der Regierung zur Corona-Pandemie infrage gestellt. Und jeder von uns sollte das Recht haben, das zu tun, ohne dafür in irgendeiner Weise dafür belangt oder bestraft zu werden. Das gehört sich einfach nicht.”

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Wendler wendet sich an RTL

In seinem Anfang Oktober veröffentlichten Video hatte Michael Wendler Fernsehsender, darunter RTL, beschuldigt “gleichgeschaltet” zu sein. Daraufhin distanzierte sich sein eigentlicher Heimsender von dem Musiker. Nun äußert sich Wendler diesbezüglich folgendermaßen: “Ich habe mich geäußert zu den Medien und habe Gleichschaltung vorgeworfen. Ich muss das ein bisschen revidieren. Es gab tatsächlich in letzter Zeit einige Berichte, die mich sehr erfreut haben, es gab auch kritische Berichte zur Pandemie und den Corona-Maßnahmen, auch in ARD und ZDF und WDR. Ich muss mich an dieser Stelle bei RTL entschuldigen. Ich habe RTL wahrscheinlich ziemlich Unrecht getan, indem ich RTL mit in dieses Boot gezogen habe. Aber RTL war bislang der einzige Sender, der sich bemüht hat um ein Interview mit mir, um klarzustellen, warum ich so denke, wie ich denke. Das ist sehr lobenswert.” Er habe dies abgelehnt, sieht dies nun als Fehler seinerseits an und entschuldigt sich bei RTL. 

Darum trat er aus der DSDS-Jury zurück

Als Grund für seinen Rückzug aus der DSDS-Jury nennt er nun den Teil-Lockdown. Diesen habe er schon vor Wochen kommen sehen. “Ich habe eine Erfahrung gemacht, die mich zutiefst bestürzt hat. Ich war Anfang des Jahres mit Laura für die Produktion von ‘Let’s Dance’ in Deutschland. Wir wurden wie Hunde auf die Straße geschmissen, weil von jetzt auf gleich ein Lockdown ausgerufen wurde und die Hotels schließen mussten. Dieses Ereignis hat mich zerstört. […] Ich stand auf einmal da und musste bei einem Freund unterkommen. Das hat mich sehr beunruhigt.” 

Er habe RTL deshalb schon früh darüber informiert, dass er aussteigen würde, wenn er das Gefühl habe, dass es wieder dazu kommen könnte. “Für mich ist es als Musiker und Medienmensch schwierig, irgendwo unterzukommen, wenn Hotels auf einmal schließen. Das alles hat mich dazu bewogen, meine Teilnahme bei DSDS vorläufig einzustellen, in der Hoffnung, dass es irgendwie weitergeht. Das hat sich leider zerschlagen.” Aussagen, die eher verwirren und nach einer holprigen Rechtfertigung für sein Handeln vor gut einem Monat klingen. Die Maßnahmen, die seit Montag in Deutschland gelten, wurden erst in der vergangenen Woche beschlossen. Welche das sind, lesen Sie hier.

“Ist es nicht gut, dann ist es nicht das Ende”, so Wendler. Er komme natürlich zurück nach Deutschland, betont er. Wie sich dieses Statement auf seine Karriere auswirkt, wird sich zeigen.

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Michael Wendler hatte Anfang Oktober überraschend seinen DSDS-Ausstieg öffentlich gemacht. Der Sänger hatte für die neue Staffel einen Jurystuhl neben Dieter Bohlen, Mike Singer und Maite Kelly eingenommen. Aufsehen erregte Wendlers Begründung für den Ausstieg: Er werfe der Bundesregierung in der Corona-Krise “grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung und das Grundgesetz vor”, erklärte er. Weiter beschuldigte er die Fernsehsender – darunter RTL – “gleichgeschaltet” zu sein. Der Musiker hat seitdem Ärger mit vielen Werbepartnern und zahlreiche Verträge verloren, darunter auch mehrere große RTL-Shows. 

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