Prinz William von Gloucester: Das Leben von Queen Elizabeths Cousin endete tragisch

Das Leben könnte für Prinz William von Gloucester am 18. Dezember 1941 nicht vielversprechender starten: Als Sohn von Prinz Henry, dem Herzog von Gloucester, und Prinzessin Alice, der Herzogin von Gloucester, wird er als Nummer vier der britischen Thronfolge geboren. Sein Onkel ist König George VI., seine Cousine die spätere Queen Elizabeth.

Prinz William entwickelt sich zum Frauenschwarm

Im Laufe der Jahre wächst William zu einem wahren Prince Charming heran: Der Royal ist attraktiv, apart, abenteuerlustig, klug, sportlich und dadurch beim weiblichen Geschlecht äußerst begehrt. Er ist "der königliche Star seiner Generation", wird der "The Telegraph" Jahrzehnte später über William schreiben.

Doch zunächst steht die akademische Ausbildung im Fokus: William nutzt sein angeborenes Glück als Mitglied der erweiterten Königshauses und besucht erst das renommierte Eton-College, anschließend die Cambridge University und später sogar die Standford University in den USA. Außerdem macht er seinen Pilotenschein. Er schafft sich im Laufe der Jahre mehrere kleine Flugzeuge an und nimmt gerne an Flugshows teil.

Ein Job-Angebot mit Folgen

Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien stellt William seinen Dienst nicht in den der Krone, sondern erst in den der Handelsbank Lazard und danach in den der Diplomatie. 1965 tritt der Royal in das Foreign and Commonwealth Office ein und wird als Sekretär des High Commisioners nach Lagos, Nigeria, versetzt. 1968 wechselte er in die britischen Botschaft nach Tokio. Ein Umzug, der sein Leben für immer verändern sollt: Auf einer Party lernt der 26-Jährige die Ungarin Zsuzsi Starkloff kennen.

Prinz William verliebt sich in Zsuzsi Starkloff

"Meine Freundin gab einen Maskenball und wir schickten eine Einladung an Prinz William", erinnert sich Starkloff 2015 in der Channel-4-Dokumentation "The Other Prince William". Auf das Papier habe sie geschrieben: "Lieber Prinz Charming. Wir haben gehört, dass eine Party keine Party ohne dich ist und außerdem fehlt mir ein Schuh." Unterschrieben habe sie mit "Aschenputtel". Die Rechnung mit William geht auf: "Auf der Party kam er zu meinem Tisch und fragte, ob er Aschenputtel für einen Tanz ausleihen dürfe. Und dann begann die Beziehung", sagt Starkloff.

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Trotz der unterschiedlichen Backgrounds – verschiedene Familien, verschiedene Länder, verschiedene Sprachen – scheinen sich die beiden gesucht und gefunden zu haben. Es habe keine Streitigkeiten gegeben, erinnert sich das Model. "Wir waren nur zwei Menschen, die glücklich waren, zusammen zu sein."

Der Palast ist gegen die Beziehung von Prinz William und Zsuzsi Starkloff

Der Palast sieht das nicht gerne: Starkloff ist Model, zweimal geschieden, Mutter einer Tochter, fünf Jahre älter als William und jüdischen Glaubens. Zu viele No-Gos für die britische Monarchie Ende der 1960er. Man fürchtet sich vor einer zweiten Wallis Simpson, deretwegen König Edward 1936 abgedankt war und eine Staatskrise ausgelöst hatte.

William gerät in das wohl größte Dilemma seines jungen Lebens. "William hatte eine große Loyalität zu seiner Familie. Er wollte das Richtige tun und natürlich habe ich ihn dabei unterstützt“, sagt Zsuzsi Starkloff in einem Interview mit "Daily Mail" im August 2012. "Er musste sich entscheiden, und das tat er ohne Einfluss von mir."




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Eine royale Hochzeit? Ausgeschlossen!

William schreibt seinen Eltern, dem Herzog und der Herzogin von Gloucester, von seiner Freundin. "Sie waren gegen mich", erinnert sich das Model gegenüber "Daily Mail" und ergänzt, dass dies kein Schock für sie gewesen sei. Der Prinz ist enttäuscht über die Ablehnung seiner Eltern, hält aber an seiner Liebe fest. Selbst dann, als ihn Prinzessin Margaret, die Schwester von Queen Elizabeth, nach einem Besuch in Tokio im September 1969 mahnt, die Dinge in Sachen Hochzeit nicht zu überstürzen. Ein klares Signal: Das Königshaus ist nicht einverstanden mit Zsuzsi Starkloff als künftiger Herzogin von Gloucester.

Doch William lässt sich nicht beirren: Er schenkt Zsuzsi als Zeichen seiner Liebe einen Siegelring, den die gebürtige Ungarin bis heute um ihren Hals trägt. "Ich hatte keinen Zweifel, dass er beabsichtigte, dass wir heiraten, wenn wir könnten", sagt Starkloff in der Dokumentation. Als Prinz Henry einen Herzinfarkt bekommt, muss William nach Hause zurückkehren. Im Juli 1970, nach drei Monaten räumlicher Trennung, folgt ihm Starkloff.

Zsuzsi Starkloff lernt die Royals kennen, aber …

Sechs Wochen verbringen William und Zsuzsi in Großbritannien. Erst in Schottland mit Williams Onkel, danach in Barnwell, dem Landsitz des Herzogs und der Herzogin von Gloucester. "Ich wurde von der Herzogin wunderbar empfangen. Sie war warm und freundlich, saß mit ihren Blumen und ihren Handarbeiten da und wir plauderten. Aber sie war sehr zurückhaltend und es war schwer zu wissen, was sie wirklich dachte", sagt Starkloff "Daily Mail" über das Treffen.

William schreibt seiner Cousine Queen Elizabeth einen Brief. Er benötigt nach dem Royal Act of Marriages von 1772 ihr Einverständnis, um seine große Liebe zu heiraten. "Er sagte, sie sei sehr liebenswürdig und habe ihm geantwortet, er solle seinem Herzen folgen. Aber Prinz Philip war ziemlich in Aufruhr wegen unsere Heirat “, erinnert sich Zsuzsi. "Es war schwer, da ich William nicht kämpfen sehen wollte. Er wollte mit mir zusammen sein, aber er fühlte sich sehr verpflichtet."

Der Royal trennt sich von dem Model

William gibt dem familiären Druck im August 1970 schließlich nach und erklärte Zsuzsi, die nach dem Besuch bei den Royals ihre Zelte in New York aufgeschlagen hat, eine Pause einlegen zu wollen. Er gibt seine Karriere als Diplomat auf und kehrt als Verwalter auf das Familienanwesen Barnwell Manor zurück. Er habe seine royalen Pflichten sehr ernst genommen, sagt Starkloff Jahrzehnte später. Das Paar hält mit Briefen und Telefonanrufen Kontakt. Starkloffs Hoffnung: Eines Tages wird eine Hochzeit vielleicht doch akzeptiert werden. Doch die Zeichen stehen schlecht.

Prinz William und die Liebe

1972 gibt William dem Reporter Audrey Whiting ein Interview für den "Sunday Mirror", in dem er erklärt, dass er seine Frau, falls er jemals heiraten würde, nicht nur für ihn, "sondern auch in den Augen anderer Familienmitglieder“ passend sein müsste. Wider besseren Wissens beginnt William eine Beziehung mit Nicole Sieff. Doch auch sie ist keine passende Ehefrau: Sie war ebenfalls einmal verheiratet und ist Mutter.

Im Sommer des gleichen Jahres fragt William Zsuzsi Starkloff, ob sie nach England kommen und mit ihm an einem Flugzeug-Wettrennen teilnehmen will. Die Ungarin hat Verpflichtungen und muss ablehnen. Sie und der Royal beenden ihr Gespräch mit dem Versprechen, sich bald wiederzusehen. Doch dazu kommt es nicht.

"Das letzte Mal, als ich William sah, war er am Flughafen, als er mich auf einem Sitz von British Airways absetzte. Ich erinnere mich, dass ich eine sehr große Sonnenbrille trug, um die Tatsache zu verbergen, dass ich traurig war, aber ich hatte auch Vertrauen in Williams Gefühle für mich. Wir hatten zu viel zusammen", denkt Zsuzsi Starkloff in der Doku wehmütig an den Abschied vom Prinzen im Jahr 1970 zurück.

Prinz William von Gloucester stirbt bei einem Flugzeugabsturz

Am 28. August 1972 nimmt William bei der Goodyear International Air Trophy am Wolverhampton Halfpenny Green Airport teil. Er sitzt am Steuer, als das Flugzeug nur wenige Minuten nach dem Start abstürzt und in Flammen aufgeht. An seinem Finger: Eine Nachbildung eines Ringes, den er Zsuzsi einst schenkte. Der Grund für das Unglück, das auch Co-Pilot Vyrell Mitchell das Leben kostet, kommt nie ans Licht. Im Grab der königlichen Familie auf dem Frogmore-Anwesen in Windsor findet Prinz William seine letzte Ruhe.

Zwei Jahre nach dem Unglück stirbt Prinz Henry. Das königliche Herzogtum, das William von seinem Vater erben sollte, geht auf seinen jüngeren Bruder Prinz Richard über. Der heutige Prinz William, so heißt es, soll seinen Namen seinem verstorbenen Verwandten verdanken: Prinz Charles sei beeindruckt von Prinz William von Glocester gewesen und habe seinen Erstgeboren deshalb nach ihm benannt.

Das ist aus Zsuzsi Starkloff geworden

Zsuzsi Starkloff blieb nach Williams Tod in Amerika und baute sich dort ein neues Leben auf. Sie machte den Pilotenschein und eröffnete eine eigene Flugschule – eine Hommage an ihre verstorbene Liebe, die sie immer aufgefordert hat, das Fliegen zu lernen. "Ich denke immer noch jeden Tag an ihn“, sagt sie 2015 als 79-Jährige  über Prinz William.

Verwendete Quellen:Daily Mail, The Telegraph, "The Other Prince William", eine Channel-4-Dokumentation aus dem Jahr 2015

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