Reportage: Beim Rosenball lässt Prinzessin Caroline Monaco leuchten

Pailletten sind in, lernt man auf dem roten Teppich. Besonders glitzernde. Die reflektieren das Licht auf Bildern so schön, versichert eine asiatische Dame und eilt weiter zur Foto-Wand. Mit ihr schiebt sich eine vorfreudige Menge durch den mit pinkfarbenen Rosen und Federn geschmückten Eingangstunnel zum "Bal de la Rose", dem vielleicht wichtigsten Event der monegassischen Party-Saison. Beeilen muss sich nur, wer spät dran ist: Um 20:25 Uhr fährt die Fürstenfamilie vom Palast ab, ist wenige Minuten später vor Ort. Sobald die Grimaldis um Fürst Albert und Prinzessin Caroline, 65, Platz genommen haben, schließen sich die Türen. Verspätete Gäste bleiben draußen, so will es das Protokoll. Und daran führt auch kein (Schleich-)Weg vorbei. 

Prinzessin Caroline und ihre Familie verzaubern die Gäste

Viel bejubeltwird nun aber erstmal die Ankunft von Monacos First Family. Der Rosenball – 1954 von Fürstin Gracia Patricia, ✝52, begründet – ist Carolines Event, hier zeigt sie sich traditionell mit ihren (ausnehmend schönen) Kindern. Eine Familienparade de luxe, die jetzt vorbeiflaniert. Andrea, 38, Pierre, 34, und Charlotte, 35, mit ihren Ehepartnern und Alexandra, 22, die Jüngste, in sensationellem Kleid und mit ihrem Freund Ben-Sylvester Strautmann, 23. Die zwei halten verliebt Händchen, nur fürs Gruppen-Foto lassen sie kurz los. Später am Abend zieht Alexandra sich um, trägt ein kurzes schwarzes Kleidchen. Ist auf Dauer eben doch sehr mühselig, in dem voluminösen Dress durch die eng bestuhlten Reihen zu schlüpfen. Die 800 Gäste sitzen nah beieinander, denn jeder will dabei sein, wenn die erste Familie Monacos feiert. An Karten (850 Euro pro Stück) zu kommen, ist nicht einfach: Verkauft werden sie in der Regel tischweise – und wer sich einmal einen der begehrten Plätze gesichert hat, gibt diesen nie wieder her, sondern vererbt ihn einfach an die nächste Generation. Neben freier Sicht auf die Royals wird Perrier-Jouët-Champagner satt, plus eine Tombola und ein Fünf-Gänge-Menü geboten. Das enthält, den Vorlieben der Gäste geschuldet, wenig Kohlenhydrate. Einzig das Rinderfilet steckt in einem buttrigen Teigmantel, der allerdings prompt auf den meisten Tellern liegen bleibt. 

Weiteres Highlight des Balls: das Unterhaltungsprogramm, passend zum Thema "Die goldenen 20er Jahre". Prinzessin Caroline hat das Motto persönlich mit ihrem guten Freund, Schuhgott Christian Louboutin, 59, ausgetüftelt. Zuvor gestaltete jahrelang ihr enger Vertrauter Karl Lagerfeld, ✝85, den Abend. Und das "etwas dezenter als heute", wie eine Dame vom Nebentisch im Gespräch mit GALA bemerkt.

Das sehr freizügige Varieté-Programm sorgt jedenfalls für ausgelassene Stimmung. Großer Jubel, als sich etwa Burlesque-Diva Dita Von Teese, 49, im überdimensionalen Martini-Glas räkelt. Mehr Applaus erhält nur die noch leichter bekleidete Künstlerin Lana, die am Ende ihrer Nummer in Pompons und Mini-Slip vor dem Fürstentisch auf und ab tänzelt. Albert, Caroline und "Loubou", der direkt neben der Prinzessin sitzt, klatschen begeistert.

Auf dem Ball herrschte eine ausgelassene Stimmung 

Überhaupt ist der Schuh-Designerder perfekte Stimmungsmacher: Beim Song "Funky Town“ animiert er Caroline zum Mitmachen, und so wippen beide fingerschnippend auf ihren Stühlen von rechts nach links. Auch Albert, 64, bewegt sich lieber am Tisch: Als Künstlerin Lana nach ihrem Auftritt direkt vor ihm demonstriert, wie locker sie in die Knie gehen kann, ahmt er ihre Bewegungen sofort nach. Nett: Beim Wieder-Aufrichten verzieht der Fürst gespielt schmerzvoll das Gesicht. Lustig kann er also auch.  Die Tanzfläche ist den jungen Grimaldis vorbehalten. Carolines Kinder sind ein eingespieltes Team, stürmen nach dem großen Feuerwerk gemeinsam den Dancefloor. Klar, dass ein Drittel des Saales folgt. An der Seite von Charlotte, Pierre, Alexandra und Andrea möchte gerne jeder abrocken. Aus der Nähe erschließt sich die Dynamik innerhalb der Familie sofort: Charlotte tanzt eher zurückhaltend, genau wie Bruder Andrea. Als Gute-Laune-Partytier des Clans entpuppt sich Pierre Casiraghi, 34. Er ist ständig in Bewegung, plaudert und begrüßt einen in der Menge erspähten Gast ausgelassen mit Usain-Bolt-Pose.  

Sie bringt aber auch großen Spaß, diese Party. Die nächste folgt übrigens gleich an diesem Montag: Da feiert Fürstin Charlène, 44, ihr eigenes Benefizfest, die Rote-Kreuz-Gala. Am Rosenball nahm die Fürstin nur in den Anfangsjahren ihrer Ehe teil, zuletzt 2014. Schlau von ihr: Mittlerweile überlässt Charlène dieses Rampenlicht lieber ihrer Schwägerin. Prinzessin Caroline verlässt den Ball dann auch sichtlich glücklich eine halbe Stunde nach Mitternacht. GALA trifft sie am nächsten Abend auf dem Weg zum Dinner im Luxus-Hotel "Hermitage" wieder. Schmale schwarze Lederhosen und eine lockere Leopardenbluse trägt Caroline da. Und ein bezauberndes, entspanntes Lächeln.

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