So tickt "Tatort"-Star Ulrike Folkerts privat

Ulrike Folkerts ist seit 1989 in der Rolle der “Tatort”-Kommissarin Lena Odenthal zu sehen. Privat unterscheidet die Schauspielerin, die heute ihren 60. Geburtstag feiert, sehr viel von der bekannten TV-Polizistin.

Mehr als die Hälfte ihres Lebens schlüpft Folkerts bereits in die Rolle, für die sie bekannt ist: die Ludwigshafener “Tatort”-Kommissarin Lena Odenthal. 1989 lief der erste Sonntagskrimi mit ihr. In ihrer im April erschienenen Autobiografie “Ich muss raus” schreibt Folkerts über die Rolle: “Mit meinem fünften Tatort (“Die Zärtlichkeit des Monsters”, 1993) war dann klar: Lena Odenthal ist eine Frau, wie man sie im Fernsehen zuvor nicht gekannt hatte. Sie trat ihrem Gegenspieler in die Eier, schlug mit dem Kopf gegen seine Stirn, war empfindsam, aber wenn nötig auch richtig brutal. Ein ganz neuer Frauentypus entwickelte sich da.”

“Tatort: Unter Wölfen”: Ulrike Folkerts in ihrer TV-Rolle im Dezember 2020 (Quelle: SWR/Jacqueline Krause-Burberg)

Nach Jahrzehnten, in denen sie als Lena Odenthal im TV zu sehen ist, ist es für viele Zuschauer schwer die Figur von der Schauspielerin zu trennen. “Viele glauben, ich sei eine Einzelgängerin, immer mutig und tough. Natürlich hat die Figur Eigenschaften von mir: meine Ruppigkeit, meine Sportlichkeit, meine Streitfreude. Ich habe sie geprägt. Manchmal frage ich mich, wie sehr Lena Odenthal inzwischen auf mich abfärbt, also nicht nur wie ich sie beeinflusse, sondern sie auch mich”, schreibt Folkerts.

Und doch sei es “nur eine Rolle”. “In vielem anderen” sei sie “sehr, sehr anders als Lena”, so der TV-Star: “Bin geselliger, gern unter Leuten und kommunikativ. Ich kann naiv sein, verletzlich und habe das Bedürfnis, mich anzulehnen. Ich bringe andere auch gern zum Lachen, kann irre komisch sein.”

Menschen, denen sie zum ersten Mal begegne, “glauben oft, mich zu kennen, geben sich aber gar nicht die Mühe, mich wirklich kennenzulernen”, berichtet die Schauspielerin, die abseits des “Tatorts” in zahlreichen TV- und Kinoproduktionen zu sehen war. Ihre Lebensgefährtin, Katharina, sei da “ein Glücksfall” gewesen: “Sie hatte keinen Fernseher, wusste bei unserer ersten Begegnung vor 17 Jahren auf einer Frauenparty zwar, wer ich bin, aber bekam deswegen keine roten Flecken vor Aufregung. Stattdessen zog sie mich vom ersten Moment an in ihren Bann, allein wie sie in den Raum kam, ihr Lächeln, ihr Schweben, ein Luftwesen.”

Folkerts Wünsche für die Zukunft

“Denke ich an uns im Alter, sehe ich Katharina und mich in der Natur, mehr als in der Stadt”, verrät die 60-Jährige, die ursprünglich aus Kassel stammt, in “Ich muss raus”. “Und ich sehe uns an schönen Orten, wo wir viel Zeit verbringen wollen, allein, zu zweit, mit Freunden*innen, mit deren Kindern, mit unseren Nichten und Neffen, mit Früchten vom Baum und selbst gemachter Aprikosenmarmelade.”

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An anderer Stelle schreibt sie: “Einen Wunsch habe ich noch: einen Ort am Meer zu finden, im Süden Europas. Ich stelle mir schon heute vor, wie ich an diesem Ort verschwinden kann, wie ich unsichtbar werde für die Öffentlichkeit, nicht erkannt werde, in der Menge untertauche.”

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