ARD-Moderator übt Selbstkritik nach Berichterstattung zur Flut

Der ARD-Wettermoderator und Diplom-Meteorologe Sven Plöger übt nach der Flutkatastrophe Selbstkritik an seiner eigenen Wettervorhersage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Er bedauere, keine harte und kräftige Warnung ausgesprochen zu haben.  

Es habe im Vorfeld aber viel abzuwägen gegeben, betonte Plöger. Es habe unterschiedlichste Modelle zum Verlauf des Unwetters gegeben, die von 20 Liter bis 200 Liter Regen pro Quadratmeter reichten. Das sei die Abwägung zwischen einem Landregen und der unglaublich gewaltigen, entsetzlichen Katastrophe gewesen, die ihn sehr anfasse, sagte Plöger. Das Regengebiet sei gewandert, habe verschiedene Flüsse befüllt.

Dann sei der Ablauf so unglücklich gewesen, dass all diese reißenden Bäche zusammengeströmt seien, und dann habe dies diese fürchterliche Flutkatastrophe nach sich gezogen. Bei gleicher Regenmenge hätte das Wasser auch besser verteilt ablaufen können.

„Man muss sich immer bewusst sein, was passiert, wenn man übertrieben warnt“

„Man muss sich klar überlegen: Wie kann man die Warnungen selber noch mehr verdeutlichen? Man muss sich aber gleichzeitig auch immer dessen bewusst sein, was passiert, wenn man völlig übertrieben warnt.“ Und dann passiere womöglich doch fast nix und die Leute fragten sich: „Warum übertreibt dieser Meteorologe so?“

Bereits vor wenigen Tagen wurde Plöger in der Talkshow von Markus Lanz auf die Berichterstattung in der ARD angesprochen. Ein Flutopfer kritisierte zum Beispiel: „Wir sind nicht gewarnt worden. Gar nicht.“ Bereits da gestand der Meteorloge Fehler ein. „Da hätte man sicher noch mehr Gas geben können“, erklärte er in der Sendung. 

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Auch der WDR räumte bereits Fehler bei der Berichterstattung zur Flutkatastrophe ein. „Im Nachhinein ist man immer klüger“, sagte vor einigen Tagen Stefan Brandenburg, der Chef des WDR-Newsrooms.

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