DSDS 2021 Finale bei RTL: Jan-Marten Block ist Deutschlands neuer Superstar

Auch bei DSDS (RTL) kann es nur einen geben – und es ist nicht Dieter Bohlen. Sondern Jan-Marten Block. Der gewann das Finale und 100.000 Euro. Und den Pokal, aber den machte er gleich kaputt. Noch mehr Blechschaden wurde verhindert, als Vorjahressieger Ramon Roselly zum Skandal ansetzte.

Im Finale von „Deutschland sucht den Superstar“ 2021 wurde viel Unnötiges geredet, gerne auch von Moderator Oliver Geissen („Es ist alles live gesungen!“). Aber in einem hatte er Recht: „Ich würde es jedem von euch von Herzen gönnen. Ihr habt uns auf allerhöchstem Niveau unterhalten.“ In der Tat: Die „Fantastischen Vier“ im Finale, Jan-Marten Block, Karl Jeroboan, Kevin Jennewein und Starian McCoy, boten stimmlich Großartiges. Selten, wenn überhaupt, war die Stimmqualität derart stark in einem DSDS-Finale. Und auch menschlich überzeugte das Finalquartett. „Wir sind Freunde geworden“, sagten alle – und man glaubte es ihnen aufs Wort.

„Deutschland sucht den Superstar“ Finale 2021: Thomas Gottschalk stichelt gegen Dieter Bohlen

Mit ihren Leistungen schafften es die Sänger tatsächlich, dass sie und der Gesangs(!)wettbewerb im Vordergrund standen. Und nicht das Bemühen von Oliver Geissen, sich als Investigativjournalist zu profilieren („Wie ist das so, wenn der Vater beim Finale dabei ist?“), oder die Lebensratschläge, die „Ersatz-Titan“ Thomas Gottschalk als „psychologischer Berater“ den „feinen jungen Menschen“ mit auf den Weg ab. Oder gar der absente Pop-Titan Dieter B. aus T., der gerade auf Mallorca eine dubiose Verletzung auskuriert und – so Thomas Gottschalk hämisch – „seine Camp-David-Hemden sortiert“.

DSDS: Beinahe-Skandal durch Bohlens Liebling Ramon Roselly

Nur einmal war der abgelöste Dieter Bohlen Thema. Nein, es gab keine Live-Schalte nach Malle, was heutzutage eine leichtere Übung ist, als einen Recall-Zettel zu kriegen. Auch kein eingespieltes Best-of-Dieter-Beleidigungen. Nix. Juror Mike Singer erwähnte Dieter kurz dankbar. Das war’s.

Bis Ramon Roselly, der von Oli Geissen geheimnisvoll als „großer Überraschungsgast“ angekündigte Vorjahressieger, ins Duisburger Club-Ambiente tänzelte. Der war offenbar angefressen darüber, dass Dieter so arg zu kurz kam. Und sprach von „gemischten Gefühlen“, die ihn am symbolischen Ort seines Triumphes (sein Sieg ist 364 Tage her) beschlichen. Er hob an, dass er „bei DSDS alle liebe, aber einer fehlt. Der DSDS-Papa Dieter, dem ich so viel zu verdanken habe“. Ein komponiertes Nummer-eins-Album zum Beispiel. „Ich hätte es so gerne gehabt, das er auch hier gesessen hätte.“ Hat Ramon deshalb Thomas Gottschalk als Einzigen nicht begrüßt?

Hätte Maite Kelly nicht beherzt reingegrätscht („Aber Dieter ist doch in unseren Herzen“) und die Notarin mit dem Endergebnis des Publikumsvotings gewunken – wer weiß, vielleicht hätte es doch noch einen Dieter-Skandal als krönenden Abschluss gegeben.

Verwirrung in der DSDS-Jury: Maite Kelly kennt nur „Gottschalks“ Nachnamen

So aber war am Ende alles Jubel. Und auch Staunen. Vor allem beim Sieger selbst. Jan-Marten, Nordfriese aus dem kleinen Süderlügum (knapp 30 Kilometer westlich von Flensburg), konnte es kaum fassen, als Oliver Geissen um 23.57 Uhr seinen Namen als den des Siegers verkündete. Jan-Marten war sprachlos, seine Mitstreiter feierten ihn, und seine Liebste, Freundin Yasmin, schluchzte an der Schulter von Starians Vater André: „I am so happy for him!“ Emotionen pur – da hat sich der Schachzug des Senders, pro Finalist einen ganz besonderen Menschen einzuladen, ausgezahlt. Neben Yasmin und André fieberten Karls Verlobte Jennifer und Kevins Zwillingsbruder Timo in der „Lounge“ mit.

Wenn Blechschaden so viel Glück bringt wie Scherben, dann steht Jan-Marten eine große Karriere bevor. Denn den Siegerpokal, der ihm gereicht wurde, machte er beim Hochheben gleich mal kaputt. „Wir schweißen die Wertarbeit wieder zusammen“, meinte Oli Geissen ironisch. Das alles trübte die Feier nicht. Jan-Marten ist ein sympathischer Sieger. Thomas Gottschalk hatte es gleich geahnt: „Du bist der, dem man es gönnt.“ Außerdem hatte der Show-Titan („Dieter ist Geschichte, ich bin Legende“) sofort das Hit-Potenzial von Jan-Martens frisch für ihn komponierten Siegersong („Never Not Try“) erkannt: „Ich spiel deinen Song in meiner Radioshow. Ich erkenne einen Hit, wenn ich ihn höre.“ Wer sagt noch mal, dass „Gottschalk“ (so nannte ihn Maite, konsequent ohne Vornamen) keine Ahnung von Musik hat?

Großes Gefühlskino: Starian McCoy rührt sich selbst zu Tränen

Vielleicht war es dieser Song, eine Mischung aus Rag ’n‘ Bone Man und Boss Hoss, der am Ende in „einem der knappsten Finals der DSDS-Geschichte“ (Oli Geissen) den Ausschlag gab. Denn es war der stärkste aller vier „Siegertitel“.

Jeder Finalist sang (nach dem gemeinsamen Opening mit „Giants“) drei Songs. Einen neuen Coversong, das persönliche Lieblingslied aus der Recall-Phase und eben den neuen „Siegersong“. Bei den Coversongs bewiesen alle vier, was eh schon jeder wusste: Das sind begnadete Stimmen, da sind Vokal-Titanen, echte Vollblutmusiker mit Leib, Stimmband, Herz und Seele am Werk. Den Unterschied machten die Neukompositionen.

Starian McCoy, der 19-Jährige, der den Star schon im Namen trägt, wurde die Ballade „Hold Me“ auf die Kehle geschrieben. Die dezente Instrumentierung ließ Raum für seine Stimme, der Text Platz für Emotionen. Starian sang sich selbst zu Tränen! Aus Liebe zu seinen Konkurrenten. „Ich liebe euch, ihr seid meine Brüder!“ Da war auch Maite Kelly „sehr bewegt“.

Jan-Marten Block gewinnt DSDS 2021 – Mit schönem Gruß an Kreisch-Talent Shada

Kevin Jennewein, der es im dritten Anlauf endlich ins DSDS-Finale schaffte, präsentierte „Hurricane“. Die Uptempo-Nummer im Fox-Rhythmus, die sich an Vorbildern wie Ed Sheeran und Bruno Mars orientiert, ist sicher ein guter Party-Song. Aber im Internet wollten sich selbst die Kevin-Fans nicht Maite Kellys Meinung, wonach der Song „wie die Faust aufs Auge zu dir passt“, anschließen.

Karl Jeroboan war für viele Favorit. „Du bist für viele Vorbild“, brachte es Oli Geissen auf den Punkt: „Stimmlich, optisch und als Mensch.“ Stimmt, der Mann hat das vielgerühmte „Gesamtpaket“. Seine wuchtige und doch gefühlvolle Stimme kam in „Where We Were“ auch gut zur Geltung – bis er sich in für ihn untypische Falsetthöhen schrauben musste. Das killte die Stimmung.

Und dann kam Jan-Marten, der „Kuschelbär“ mit der bärenstarken Stimme. Und er bohrte echt ein dickes Brett. „Du bist ein Rockstar!“, jubelte Mike, Maite erlebte Jan-Marten sogar als „sexy“. Thomas Gottschalk witzelte: „Einige der Dancemoves habe ich seit Joe Cocker nicht mehr gesehen.“

Jan-Marten ist „Superstar 2021“. Absolut verdient. Der Beste unter vier Fantastischen. Wenn er den Trubel verdaut, das Erreichte begriffen hat, darf er ruhig mal an den einstigen Wegbegleiter Shada denken. Der (das legendäre Kreisch-Talent) hatte Jan-Marten auf Mykonos noch verbal abgewatscht: „Du hast für mich nix Besonderes.“ Jan-Marten wird jetzt darüber lächeln. Und Shada kann’s erzählen, wenn er dereinst vielleicht am Lagerfeuer vom Dschungelcamp sitzt.

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