"Goodbye Deutschland!"-Auswanderer verlieren bei Brand-Katastrophe ihr Zuhause

  • „Noch nicht mal Erinnerungen“ hat ein verheerender Brand zwei „Goodbye Deutschland!“-Auswanderern und ihren Kindern hinterlassen.
  • Monika Karlsson und ihrem Partner Torben Simmerling standen in Lappland vor dem Nichts.
  • VOX zeigt, wie die Betreiber einer Huskyfarm sich zurück in die Normalität kämpfen.

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„Du kannst einfach nur zugucken, wie alles verschwindet.“ Die Brandkatastrophe, die „Goodbye Deutschland!“-Auswanderer Torben Simmerling (44) erlebt hatte, wünsche er keinem, erzählt er dem VOX-Team, das ihn drei Wochen später im schwedischen Lappland besuchte. „Alles per Hand hochgezogen“ hatten sie hier, erzählt seine Partnerin Monika Karlsson (41) voller Wehmut. „Jeden Stein selbst gelegt, jedes Brett selbst gezimmert …“

Mit einer Huskyfarm, von der aus sie Touren anboten, habe man sich „einfach auch ein Stück Paradies hier erarbeitet.“ Und jetzt – alles weg: „Wo man gewohnt hat, wo man geschlafen hat, wo man sich angezogen hat – es ist einfach nichts mehr da!“ Völlig surreal sei das „Gefühl von Machtlosgkeit, Ohnmacht“ gewesen.

„Goodbye Deutschland“: Mutmaßliche Ursache Kabelbrand

Torben durchlebt vor seinem geistigen Auge noch mal die Schicksalsnacht, in der er vor dem Fernseher eingeschlafen und dann von einem Geräusch geweckt worden war. Er hatte das Feuer – vermutlich ausgelöst durch einen Kabelbrand – entdeckt und „die ersten Gedanken waren nur: die Kinder und Monika raus!“

Monika, die er zügig geweckt hatte, erinnert sich an „Todesangst“. Doch immerhin: Das Paar konnte sich und die drei Kleinen, der Jüngste noch ein Baby, glücklicherweise retten. Auch ihre verängstigten Huskys konnten sie aus der Anlage holen, alle 70 überlebten. Vom Wohnhaus aber war nichts mehr übrig: Da die Familie in einer Einöde lebt, hatte es fast eine Stunde gedauert, bis die Feuerwehr da war: „Da war’s eigentlich schon zu spät.“

800.000 Euro Schaden – Existenzgrundlage verloren

Die fünf Gäste-Blockhütten standen noch, dennoch hatten die Huskyfarm-Betreiber mit ihrem Zuhause auch ihre Existenz verloren. Denn in den Nebenhütten kann man lediglich schlafen, gekocht, gegessen und gewaschen wurde bis zur Katastrophe im Haupthaus.

Um in der Sommersaison wie geplant starten zu können, brauchte es schleunigst einen provisorischen Gästebereich, vier Monate später, wenn es draußen bis zu minus 40 Grad kalt werden kann, muss eine Aufenthaltshütte für die Wintergäste stehen. Keine Zeit also für langes Lamentieren, das Paar machte sich zügig an die Arbeit. „Was wäre, wenn ihr das nicht schafft?“, will die VOX-Reporterin wissen. Torbens Antwort: „Die Option besteht nicht!“

Auf rund 800.000 Euro wurde der Schaden geschätzt, doch wann und was die Versicherung zahlen wird, wist ungewiss. Eineinhalb Jahre würde sich alles wohl mindestens hinziehen, so die Schätzung. Ein Lichtblick in dieser düsteren Zeit sind Monikas und Torbens Stammgäste, die die Familie mit Geld- und Sachspenden unterstützen und ie Familie mit ihrer Hilfe tief berühren – etwa, als Monika aus einem der Päckchen einen Plüsch-Grüffelo zieht, weil sich ein Ehepaar daran erinnert hatte, dass die zwei großen Kinder Lone und Leon (5 und 3) die Grüfello-Geschichte so mögen.

„Ich explodiere fast vor Dankbarkeit“

„Das geht mitten ins Herz, das geht direkt unter die Haut“, freut sich Monika. „Ich explodiere fast vor Glück, vor Freude vor Dankbarkeit …“ Ein weiterer Stammgast hat eine Spendenaktion ins Leben gerufen, bei der rund 20.000 Euro zusammengekommen sind. Der emotionale und materielle Zuspruch motiviert: „Es kann doch nur gut werden, oder? Es muss!“

Im Sommer galt es noch zu improvisieren: Essen wurde in einer Mini-Wohnküche zubereitet und den Urlauberinnen und Urlaubern an der frischen Luft serviert. Die Gastgeber störe das „viel mehr als uns. Uns gar nicht“, stellt ein Gast fest. Mehr noch: „Das ist vielleicht der besondere Flair auch!“

Sogar beim Bau neuer Hundehütten packten die Gäste mit an. Was aber würde im Winter sein, eigentlich die Hauptsaison für die geführten Schlittenhund-Touren? Als provisorische Lösung bot die Versicherung containerartige Wohnmodule an, die nach langem Hin und Her irgendwann auch tatsächlich ankommen. Im Frühling soll dann der Bau einer neuen Haupthütte beginnen. Torben ist zuversichtlich: „Es geht voran!“ (tsch) © 1&1 Mail & Media/teleschau

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