Gruselköpfe bei BfR: Lichter stehen die nicht vorhandenen Haare zu Berge

Horst Lichter ist oftmals wehmütig, wenn alter Familienbesitz verkauft wird. Doch bei diesen grauenhaften Puppenköpfen konnte er nur zu gut verstehen, warum die Verkäuferin sie so schnell wie möglich bei "Bares für Rares" loswerden wollte. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Es passiert ja nicht oft, dass Horst Lichter die Worte fehlen, doch in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" war der Moderator schlicht sprachlos. Waren diese gruseligen Köpfe etwa moderne Kunst? Nur eins stand ganz schnell fest: Die Objekte gefielen dem Moderator überhaupt nicht: "Mir stehen die Haare zu Berge!" © ZDF
Verkäuferin Lavinia Gerber aus Köln konnte Lichters Abneigung durchaus nachvollziehen. Auch sie hatte seit ihrer Kindheit Probleme mit den gruseligen Köpfen. Ihr Vater hatte die Kuriositäten neben ausgestopften Tieren und Gebissen gesammelt und in einer Wohnzimmervitrine ausgestellt. "Aber sonst war deine Kindheit schön?", sorgte sich Lichter mit einem Schmunzeln. © ZDF
Ihm fehle "der Zugang zum künstlerischen Aspekt", erklärte Lichter und machte aus seiner Abneigung keinen Hehl. Doch worum es sich bei den Köpfen handeln könnte, wusste er auch nicht. Experte Sven Deutschmanek brachte Licht ins Dunkel. © ZDF
"Die Köpfe sehen schon etwas gruselig aus", musste auch Deutschmanek zugeben, als er die verformten Nasen und Ohren näher betrachtete. "Ich denke, dass man nach Produktionsende die Form so zerstört hat, damit keine weiteren Puppenköpfe hergestellt werden konnten", deutete Deutschmanek die Schäden.© ZDF
Ein Stempel zeigte, dass die Modelle aus den 1960er Jahren aus England stammten. Mehr interessierte Lichter aber der Wert. Dem Wunsch der Verkäuferin nach 500 Euro konnte der Experte nicht entsprechen. "Es gibt zwar einen Sammlermarkt für Kuriositäten, aber mehr als 300 Euro sind die Objekte nicht wert", so Deutschmanek. Dennoch sollten die Köpfe weg.© ZDF
Auch die Händler reagierten zunächst verängstigt auf die bizarren Köpfe. "Auweia, die sehen aber schlecht gelaunt aus", scherzte Händler Walter "Waldi" Lehnertz. Und auch Julian Schmitz-Avila konnte ihm nur zustimmen: "Vor allem der Kopf links ist besonders schlecht gelaunt!" © ZDF
Immerhin erkannte Wolfgang Pauritsch auf Anhieb den Zweck der drei Gussformen. Doch welchen Sinn die entstellten Ohren und Nase hatten, musste dann doch die Verkäuferin erklären. Pauritsch fand die Objekte dennoch außergewöhnlich und bot zum Auftakt 100 Euro. Zu hoch für David Suppes, dem immer noch ein "Schauer über den Rücken" lief.© ZDF
Doch "Waldi" (Mitte) hatte ebenfalls Interesse: "Die sind kurios, die Teile", säuselte er und überbot Pauritsch immer wieder. Bei 300 Euro musste der eine kurze Denkpause einlegen: Waren die Objekte wirklich so viel wert? Doch weil die Formen so selten waren, boten die beiden weiter – ein bisschen zumindest. Bei 320 Euro von Lehnertz war Schluss.© ZDF
"Die drei Grazien gehen in die Eifel!", freute sich Lehnertz. Vor allem Pauritsch lachte herzlich über den Vergleich, denn die Grazien stehen für "Anmut, Freude und Schönheit!" – "Das haben die doch alle drei", entgegnete "Waldi" strahlend. Auch die Verkäuferin war froh, die Objekte verkauft zu haben. Denn "der Gruselfaktor war einfach zu hoch!" © ZDF
Ebenfalls den Besitzer wechselte ein Kinokassen-Schild aus den 1950er Jahren. Auch hier schlug Händler Walter Lehnertz zu – mit seinem obligatorischen Gebot von 80 Euro. © ZDF
Experte Colmar Schulte-Goltz taxierte den Wert dieser russischen Medaille aus Silber auf 550 bis 600 Euro. David Suppes bekam bei 450 Euro den Zuschlag. © ZDF
David Suppes wurde auch bei diesem englischen Finger-Täschchen aus 925er Silber von 1912 schwach. Er bezahlte 170 Euro dafür.© ZDF
Eine Platin-Brosche mit Brillanten aus den frühten 1900er Jahren gefiel fast allen Händlern. Letztlich erhielt Elke Velten für 3.200 Euro den Zuschlag. Laut Expertin Heide Rezepa-Zabel war das Schmuckstück "nur" 2.800 bis 3.000 Euro wert.© ZDF
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