Neue Krimireihe "Theresa Wolff" im ZDF

Berlin (dpa) – Diese Heldin hat einen guten Instinkt, das wird schnell klar: Inmitten der idyllischen herbstlichen Landschaft des Thüringer Waldes folgt eine junge Joggerin einer dünnen Blutspur.

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Sie stößt auf einen Hasen mit zerfetzter Kehle und auf einen höchst lebendigen Wolf. Beide fixieren einander gelassen. Zeitgleich entdecken Taucher in einem Stausee ein Auto mit einer Frauenleiche. So beginnt am Samstag um 20.15 Uhr die neue Krimireihe „Theresa Wolff“ mit dem „Charité“-Star Nina Gummich in der Titelrolle.

Theresa Wolff ist die junge Frau aus dem Wald, eine Forensikerin aus Jena. Sie hat kürzlich ihren Vater verloren, wohnt jetzt in dessen schönem alten Forsthaus und hat eine Fernbeziehung mit Ben (Thiago Braga de Oliveira). Dr. Wolff besitzt einen messerscharfen Verstand und ist eine Meisterin ihres Fachs: Blitzschnell erstellt sie anhand der Kleidung ein Psychogramm der toten Frau. Ein Opfer, das nicht ertrank, sondern an „massiver distanzloser Gewalt“ starb. Der Witwer der Toten entpuppt sich als Theresas Jugendliebe Steffen Köhler (Florian Bartholomäi), der inzwischen Arzt an der Uniklinik Jena ist.

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Theresa ist ebenso engagiert wie selbstbewusst und steckt die Männer gleich reihenweise in die Tasche. Dazu gehören ihr Vorgänger als Leiter der Rechtsmedizin ebenso wie ihr Kollege, der ermittelnde Kommissar Robert Brückner (Thorsten Merten), der sich mit einer unbekannten Schwangeren trifft und daheim eine demenzkranke Ehefrau hat. Er erklärt Theresa für befangen, da sie eigenmächtig handelt und gern herumschnüffelt.

Dabei bekommt sie es mit dem Tabuthema häusliche Gewalt zu tun und sie lüftet einige Geheimnisse im Leben des Opfers. „Wer den Tod begreifen will, der muss ja erstmal das Leben verstehen“ – so spricht Theresa Wolff im Film. Sie betrachtet jedes Opfer als letzten Zeugen und fragt sich, was es ihr erzählen kann. Das scheint viel zu sein, und bei der Körperöffnung erklingt schon mal klassische Musik. Ganz nebenbei geht es auch um Sexismus und darum, wie Frauen behandelt werden.

Nina Gummich (30) darf in ihrer Rolle viel Herz und Humor zeigen, sie hat förmlich den Schalk in den Augen. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa sagt sie: „Theresa steht mit beiden Beinen voll im Leben und darf in so jungen Jahren bereits ein Institut leiten, wo sie unter den vielen älteren Herren wie ein frischer Wirbelwind erscheint. Ich finde es toll, wie sie sich durchsetzt, und auch, dass man jetzt im Fernsehen zeigt, dass eine solch junge Frau so eine Position bekommt und das eben nicht länger in Frage stellt. Das sehe ich als Bestärkung und auch als Berechtigung an, dass viele Frauen im Film auch da ankommen, wo sie im wahren Leben bereits sind.“

Das spannende Drehbuch der ersten Folge „Home Sweet Home“ (Peter Dommaschk, Ralf Leuther) ist vor allem logisch sehr gut aufgebaut, von Franziska Buch eindringlich inszeniert und insbesondere von Nina Gummich glaubhaft und empathisch gespielt. Florian Bartholomäi gibt hier ganz vortrefflich einen gedemütigten Mann, der keinerlei Kontrollverlust erträgt. Das Ende gerät dann etwas zu spektakulär, aber auch anrührend: Theresa wünscht der toten Vera eine gute Reise.

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