Unter Verdacht: "Unter Verdacht": Senta Berger über Souvenirs und Abschiedstränen

Die Krimireihe “Unter Verdacht” endet am Samstag. Hauptdarstellerin Senta Berger erzählt im Interview, wie es ihr mit diesem Abschied geht.

Mit dem Film “Unter Verdacht – Evas letzter Gang” (28.3., 20:15 Uhr, ZDF) verabschiedet sich die Krimireihe nach rund 20 Jahren von ihren Zuschauern. Im letzten Fall wird der erste von 2002 noch einmal aufgegriffen. Hauptdarstellerin Senta Berger (78, “Willkommen bei den Hartmanns”) erklärt im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news, ob man den Auftaktfall kennen sollte. Die Schauspielerin erzählt aber auch, wie der letzte Drehtag gefeiert wurde und welches Souvenir sie mitgenommen hat. Außerdem verrät sie, welcher Kuchen ihr privat immer gelingt – im Film kauft sie lieber einen vom Konditor.

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Die letzte Folge von “Unter Verdacht” läuft am 28. März. Wie fühlen Sie sich bei dem Gedanken daran?

Senta Berger: Ach, da ist schon ein bisschen Wehmut in meinen Gedanken. Aber das kann ja auch gar nicht anders sein nach 20 Jahren Zusammenarbeit mit den Kollegen und unserem Team. Der harte Kern ist ja fast durchgehend gleichgeblieben. Das ist schon ein Abschied, auch von Menschen. Natürlich werden wir uns wiedersehen, aber der Zusammenhalt während einer Arbeitsphase ist so intensiv und anders als im Alltag, wenn man sich hin und wieder sieht. Das bedaure ich.

War es die richtige Entscheidung, jetzt aufzuhören?

Berger: Ja, das war die richtige Entscheidung, auch weil sie von uns kam und nicht von der Redaktion, dem Sender oder gar dem Publikum. Ich habe irgendwann ein mögliches Ende der Reihe ins Spiel gebracht und das dann mit meinen beiden Schauspielkollegen Gerd Anthoff und Rudolf Krause diskutiert. Auch sie fanden den Zeitpunkt richtig. Uns ist lieber, dass “Unter Verdacht” noch eine Weile vermisst wird, als dass sich die Zuschauer abwenden, weil sie genug haben.

Haben Sie sich den Film schon angesehen? Wie gefällt er Ihnen?

Berger: Ich habe den Film bereits auf Arte gesehen. Es ist schwierig, sich selber zu sehen und zu beurteilen, Geschichte und Machart kann ich aber gut beurteilen. Und ich finde, es ist wirklich eine geglückte Arbeit. Arte hat der Film bei der Ausstrahlung die höchste Zuschauerquote gebracht, die der Sender jemals hatte: Weit über eine Million haben eingeschaltet. Das hat mich gefreut, auch wenn es heutzutage natürlich nicht mehr nur um die Quote geht.

Schauen Sie sich Ihre Filme mit Ihrem Mann oder Ihrem Sohn, also mit Profis an, oder machen Sie das lieber allein? Gibt es da ein Ritual?

Berger: Ich teile das schon gern mit meinem Mann. Meine Söhne interessieren sich auch für meine Arbeit; mit Simon habe ich ja schon zusammengearbeitet und Luca hat in jüngeren Jahren ein paarmal meinen Sohn gespielt. Wir haben da schon einen gemeinsamen Nenner. Aber natürlich haben sie ihre eigenen Familien und kommen nicht zum Fernsehen zu uns. Bei uns gibt es da kein Ritual oder ähnliches. Das liegt aber auch daran, dass der Beruf Alltag für unsere Familie ist. Unsere Kinder sind damit aufgewachsen, für sie ist es ganz normal und nichts Besonderes.

Wie war denn der letzte Drehtag? Wurde danach gefeiert?

Berger: Am letzten Drehtag hatte jeder der drei Hauptdarsteller – Gerd Anthoff als Dr. Claus Reiter, Rudolf Krause als André Langner und ich als Dr. Eva Maria Prohacek – eine Solo-Szene. Meine letzte Szene war ein Telefonat. Als die für mein Empfinden gut im Kasten war, sagte der Regisseur wider Erwarten: “Senta, mach es nochmal! Ändere gar nichts, mach es nur einfach bitte nochmal!” Dann habe ich den Telefonhörer genommen und aus dem Fenster in den Hof geschaut und plötzlich habe ich gesehen, wie das ganze Team hereinkam. Alle hatten ein kleines Champagnerfläschchen in der Hand und haben gleichzeitig den Korken gezogen. Der Champagner sprudelte heraus wie bei den Rennfahrern. Dann haben wir angestoßen und uns umarmt.

Wie leicht fällt Ihnen Abschiednehmen?

Berger: Ich bin sehr schlecht im Abschiednehmen. Ich versuche immer zu fliehen. Nur keinen Einschnitt, es soll einfach weitergehen – und wenn es nur gefühlt weitergeht. (lacht)

Haben Sie sich ein Souvenir vom Set mitgenommen?

Berger: Ja. Ich habe meinen Ausweis, also den von Dr. Eva Maria Prohacek mitgenommen. (lacht)

Ist das Aufhören mit der Schauspielerei für Sie generell ein Thema?

Berger: Ich löse mich sicherlich langsam aus dem Beruf. Das ist auch ganz natürlich in meinem Alter. Ich habe zwar nach “Unter Verdacht” noch einen Fernsehfilm in Berlin gedreht und werde demnächst mit Florian David Fitz drehen, aber natürlich werde ich nicht mehr fünf Produktionen hintereinander in einem Jahr machen. Das will ich nicht. Denn die Jahre sind ja überschaubar und ich möchte so viel Zeit wie nur möglich mit meinem Mann verbringen. Mit meiner Familie. Den einen Enkel zum Hallenturnier bringen und den anderen vom Kindergarten abholen. So wie ich es mit meinen Söhnen gemacht habe.

Im letzten “Unter Verdacht”-Fall wird der erste von vor 20 Jahren nochmal aufgegriffen. Was sollte man denn aus dem Auftaktfall wissen?

Berger: Eigentlich gar nichts. Der Film funktioniert auch, wenn man den ersten nicht kennt. Genau das war die große Herausforderung für die Drehbuchautoren. Für alle, die den ersten Fall dennoch sehen wollen, wird “Unter Verdacht: Verstecktes Spiel” (27.3., 0:45 Uhr, ZDF) einen Tag vor der Ausstrahlung von “Unter Verdacht: Evas letzter Gang” (28.3., 20:15 Uhr, ZDF) wiederholt. Das kann man sich ja aufzeichnen. Insgesamt finde ich es eine sehr gute Idee, an den ersten Film anzuknüpfen. Hier schließt sich wirklich ein Kreis.

Im Film bringen Sie einen Rüblikuchen zum Abschied mit. Welcher Kuchen gelingt Ihnen persönlich immer?

Berger: Ich habe ein ganz einfaches Rezept von meiner Mutter, das eigentlich immer gelingt. Der Kuchenboden wird aus je drei gleichen Teilen Butter, Eier und Mehl gemacht. Und den kann man dann nach Herzenslust belegen, mit Marillen, Kirschen oder Zwetschgen. Dieser Kuchen gelingt immer, sogar mir – und ich bin ja überhaupt keine gute Bäckerin. Wenn es aber mal etwas Besonderes sein soll, kaufe ich den Kuchen oder die Torte lieber vom Profi. (lacht)

spot on news

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